Erneute Verzögerung in Bonn

Die Uni-Tiefgarage wird frühestens 2020 fertig

Stillstand auf und unter dem Hofgarten: Das Baustofflager für die Sanierung beherrscht derzeit die Szenerie vor dem Universitätsgebäude.

Stillstand auf und unter dem Hofgarten: Das Baustofflager für die Sanierung beherrscht derzeit die Szenerie vor dem Universitätsgebäude.

Bonn. Ursprünglich sollte die Unigarage Ende 2019, rechtzeitig vor dem Beethoven-Jubiläumsjahr, wiedereröffnen. Jetzt verzögern sich die Sanierung wieder einmal.

Vor sechs Jahren wurde die Unigarage am Hofgarten geschlossen. Die 1969 eröffnete Garage war so marode, dass der für die Unibauten zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW die Sicherheit der Nutzer nicht mehr gewährleisten konnte. Erst fünf Jahre später, im Herbst 2017, begannen die Sanierungsarbeiten. Jetzt steht die Baustelle still. Arbeiter haben Teile der alten Stadtmauer gefunden – und das führte zu einem Baustopp. Der wiederum verzögert den Fertigstellungstermin. Ursprünglich wollte der BLB die Unigarage Ende 2019 – rechtzeitig vor dem Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 – wiedereröffnen. BLB-Sprecher Frank Buch geht jetzt davon aus, dass die Arbeiten nicht vor Ablauf des ersten Quartals 2020 abgeschlossen werden können.

Anfang September wurden laut Buch bei Ausschachtungsarbeiten für die neue Aufzugsanlage auf einer Fläche von mindestens 20 mal 5 Metern Teile des äußeren Befestigungsringes der Stadtmauer gefunden. „Der Fund wurde nach Freilegung der Denkmalpflege der Stadt Bonn gemeldet. Die archäologischen Untersuchungen hatten zur Folge, dass der Fund als schützenswert eingestuft und eine Umplanung und ein damit einhergehender Baustopp angeordnet worden sind“, erklärte Buch.

Die Unigarage war bisher nicht barrierefrei, weshalb der BLB einen neuen Aufzug einplanen ließ. „Derzeit finden Abstimmungsgespräche mit der Universität als Eigentümerin der Tiefgarage und der Stadt Bonn statt, wie mit dem Bodendenkmal und dem Standort des Aufzugs umgegangen werden soll“, erläuterte Buch. Laut Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann sollen die Mauerreste in der Erde bleiben. Darüber hinaus werde geprüft, ob durch eine Anpassung der Planung Teile davon sichtbar gemacht werden können.

Fünf Jahre nach Schließung der Garage hatte die Sanierung unter anderem wegen eines komplexen Ausschreibungsverfahrens und Problemen mit dem früheren Planungsbüro erst Ende September 2017 starten können. Zunächst musste unter anderem im Inneren der Tiefgarage die Gebäudetechnik zurückgebaut werden. „Diese Arbeiten wurden fristgerecht umgesetzt und beendet“, sagte Buch. Des Weiteren müssen nun die Zwischendecken instand gesetzt werden, ebenso die Beleuchtung, die Videoüberwachung und diverse weitere technische Anlagen.

Bei der Instandsetzung der Betondecken stellte sich laut Buch zudem heraus, dass die Schäden größer seien, als man erwartet habe. „Die Bewehrung war beim Bau der Garage nicht so ausgeführt, wie in den Bestandsplänen angegeben.“ Nach Fertigstellung der Betoninstandsetzung sollen die Ausbauarbeiten folgen. Sämtliche Gewerke für die Technische Gebäudeausrüstung seien in Auftrag gegeben worden, die Firmen erstellten derzeit ihre Montageplanung. Auch seien die neuen Treppenhäuser nahezu fertig betoniert.

Die Kosten für die Sanierung hatte der BLB bislang mit rund 19 Millionen Euro angegeben. Die Universität beteiligt sich mit 2,5 Millionen Euro. Auf jeden Fall wird es wegen des Baustopps aber eine Kostensteigerung geben. „Der Schacht des Aufzugs muss aufgrund der historischen Funde verlegt werden“, sagte Uni-Sprecher Andreas Archut. Außerdem möchte die Universität, dass die Mauerreste sichtbar gemacht werden. Die Mehrkosten von mehreren 100 000 Euro werde die Universität übernehmen, habe das Rektorat entschieden.