Akademisches Jahr

Die Uni Bonn auf dem Weg zur Exzellenz

Uni-Rektor Michael Hoch bei der Eröffnung des Akademischen Jahres. Er blickt positiv in die Zukunft.

Uni-Rektor Michael Hoch bei der Eröffnung des Akademischen Jahres. Er blickt positiv in die Zukunft.

Bonn. Rektor Michael Hoch verkündet zum Auftakt des akademischen Jahres einen Zuwachs bei den Studentenzahlen. Sieben von acht Voranträge für das Exzellenzcluster wurden zugelassen.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität ist auf dem besten Weg, Exzellenz-Uni zu werden. Besser könnte der Start ins 199. Wissenschaftsjahr nicht laufen. Entsprechend frohgemut war Mittwochabend Uni-Rektor Michael Hoch beim feierlichen Auftakt ins akademische Jahr gestimmt. Ein Ritual, das die Universität jedes Jahr zu Beginn des Semesters pflegt. Mit einem großen Festakt eröffnete die Hochschule dieses Wissenschaftsjahr. Dass die Uni gefragt ist, zeigten laut Hoch nicht nur die aktuellen Studierendenzahlen, die bei 37 700 liegen. „Das sind 700 mehr als im Vorjahr“, sagte der Rektor.

Vielleicht sei die Tatsache, dass die Uni im Schanghai-Ranking kürzlich unter die Top-150-Hochschulen der Welt und unter die zehn besten Deutschlands gekommen ist, Grund für diesen Zustrom, mutmaßte Hoch in seiner Rede. Die Studie berücksichtigt unter anderem die Zahl der Publikationen und legt einen Schwerpunkt auf Forschung. Hoch freut sich aber auch über die gute Ausgangsposition innerhalb der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Als einen Riesenerfolg bezeichnete der Rektor, dass sieben von acht Antragsskizzen für das Exzellenzcluster zur Vollantragstellung zugelassen wurden.

Erfolgreichste Uni im Wettbewerb

Damit ist Bonn bisher die erfolgreichste Universität in diesem Wettbewerb, der letztlich bares Geld in Form von Förderungen des Landes bringt. Um Exzellenz-Uni werden zu können, müssen laut Uni-Sprecher Andreas Archut mindestens zwei Voranträge angenommen werden. Viel Arbeit liege nun noch vor der Uni: „Wir sind uns bewusst, dass dies nur ein Etappensieg ist“, sagt Rektor Hoch. Bis zum 21. Februar müssen die Vollversionen der Exzellenz-Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorliegen.

Für die 20-jährige Studentin Hannah war diese Aussicht weniger ausschlaggebend. Sie habe sich an mehreren Universitäten beworben und sei nun in Bonn gelandet. „Manchmal hat man eben keine Wahl“, sagt sie, während sie sich die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Hofgarten ins Gesicht scheinen lässt. Dass sie künftig jedoch an einer Elite-Uni studieren könnte, macht sie schon ein wenig stolz. „Das könnte vielleicht förderlich sein, wenn ich einen Job suche.“

Frühere Studenten loben Uni

Voll des Lobes ist das wissenschaftliche Trio, das sich nach Hochs Rede auf dem Podium einer kurzen Diskussion mit Unisprecher Andreas Archut stellt. Darunter ist Diplom-Volkswirtin Allin Gasparian, die 2009 zusammen mit dem Agraringenieur Peter Diessenbacher die WeGrow GmbH ins Leben rief. Das Spin-Off-Unternehmen, das sich aus der Universität heraus gründete, ermöglicht erstmals den kommerziellen Anbau des Kiribaums, einer schnellwachsenden Sorte, wie Gasparian anhand der mitgebrachten Baumscheibe zeigt. Der Kiribaum erreiche innerhalb kürzester Zeit den Durchmesser einer zwölfjährigen Buche. Die Universität habe ihnen beim Gründungsvorhaben immer den Rücken gestärkt. „Wir haben viel Rückhalt erhalten“, sagt sie.

Voll des Lobes ist auch der Mediziner Heinz Beck, der an der medizinischen Fakultät die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns erforscht. Für das kommende Jahr wünsche er der Universität zum 200. Geburtstag weiterhin den Mut, groß zu denken. „Bonn hat das Zeug dazu.“ Als weiterer Podiumsgast war Bernhard Misof, stellvertretender Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander König, eingeladen.

Angesichts des Neubaus in Poppelsdorf auf dem Campus der Biologen blickt auch Misof positiv in die Zukunft und schätzt die Vernetzung von Universität und Museumsforschung, die, so hofft er, mit dem Umzug noch stärker werde.