Neues Bilderbuch

Die Stadt Bonn aus Sicht von Kindern

Vom Karneval bis Rathaus: „Mein erstes Bonnbuch“ heißt das Bilderbuch von Lisa Seiler.

Vom Karneval bis Rathaus: „Mein erstes Bonnbuch“ heißt das Bilderbuch von Lisa Seiler.

Bonn. In einem Bilderbuch lässt Illustratorin Lisa Seiler ganz kleine Bonner ihre Stadt entdecken. „Mein erstes Bonn-Buch“ bringt die Sehenswürdigkeiten für Kinder auf den Punkt.

Wenn du am Rhein bist, schau doch mal – da sieht ein Schiff aus wie ein Wal! Wer jetzt sofort an Moby Dick denkt, ist erstens Bonner und zweitens ein Kind: Kinder lieben es, die „Moby Dick“ auf dem Rhein zu sehen. Das Schiff ist wie eine XXL-Spielfigur, die sie zum Staunen bringt. Und von diesen staunenswerten Dingen, Orten, Plätzen hat Bonn eine Menge. Versammelt sind sie jetzt in einem Buch, das klein ist wie die Leser, die es erreichen soll. „Mein erstes Bonn-Buch“ bringt die Sehenswürdigkeiten der Stadt für kleine Kinder auf den Punkt.

Im Prinzip ist der Grund, warum die Grafikerin und Illustratorin Lisa Seiler (41) eines Tages in ihrem Haus in der Bonner Altstadt quasi ihr Zuhause im kindgerechten Bild festzuhalten begann, ganz simpel: Es gab so ein Angebot einfach nicht. Die Nachfrage dagegen, da war sie sicher, gab es sehr wohl. „Ich sehe in Bonn einen Bedarf an regionalen Produkten“, sagt Seiler. „Die Bonner identifizieren sich gerne und stark mit ihrer Stadt.“ Das gelte gerade auch für Bonner Kinder – Lisa Seiler hat drei (vier bis acht Jahre alt), die immer wieder Neues in ihrer Stadt entdecken.

In Köln hätten sie die Qual der Wahl, welches Kinderbuch ihnen beim Stadtentdecken hilft. Dort gibt es zahlreiche Angebote für kleine Kölnentdecker. In Bonn dagegen – wenig. Bis jetzt: „Mein erstes Bonn-Buch“, gedruckt auf (beiß-)fester Pappe im kinderfreundlichen Format (15 mal 15 Zentimeter), ist nicht nur dem Namen nach ein sehr persönliches Buch: Gleich am Anfang können Buchbesitzer sich selbst eintragen – ein Kreuzchen machen bei „Ich bin e bönnsch Mädche“ oder „ne bönnsche Jung“.

Auch Beethoven bekommt seinen Auftritt

Die Eltern der kleinen Buchbesitzer können dann deren Namen hineinschreiben und ihr Bonner Stadtviertel. Und schon geht’s los: In netten Reimen geht es munter durch die Stadt, und was der Text nicht sagt, das sagt das Bild. „Im Poppelsdorf am Schloss bleib stehen, dort kannst du nicht nur Blumen sehen“ – Mädchen und Jungen können dort, wie das Bild zeigt, auch Schildkröten beobachten, die gemächlich über die Wege im Botanischen Garten kriechen.

Natürlich ist Beethoven drin. Und der Löwe, das Bonner Wappentier. Aber die Kleinen erfahren auch, wo ganz viel wilde Tiere zu bestaunen sind – im Museum Koenig –, warum der Hofgarten definitiv nicht nur für Studenten, sondern auch für Kinder einen Besuch wert ist (es gibt einen vielseitigen Spielplatz) und welche bönnschen Traditionen Kindern ein Lachen ins Gesicht zaubern: Pützchens Markt hat ebenso seinen Platz im Buch wie die Telekom Baskets. Der Knaller für kleine Leser ist aber das „Bröckemännche“ in Beuel, wie Seiler bei ihren eigenen Kindern festgestellt hat. „Das Bröckemännche ist auf der letzten Seite – und jemandem den Po entgegenstrecken, das finden Kinder einfach immer lustig.“

„Mein erstes Bonn-Buch“, 20 Seiten, 7,95 Euro; erhältlich im Buchhandel, weitere Infos auf www.abonnc.de und www.grafdrei.de