Kommentar zum Deutschen Museum Bonn

Die Rettung schmeckt süß

Kinder können im Deutschen Museum Bonn experimentieren und ausprobieren.

Kinder können im Deutschen Museum Bonn experimentieren und ausprobieren.

Bonn. Die Stadt hat den entscheidenden Impuls bekommen, noch einmal nachzulegen. Ohne Engagement von Förderverein und Museumschefin wird es auch in Zukunft nicht gehen.

Museumschefin Andrea Niehaus macht sich wahrscheinlich zur Feier des Tages eine Tüte Gummibärchen auf. Die Rettung des Deutschen Museums schmeckt süß, denn hinter der Dr. Hans Riegel-Stiftung steht natürlich auch der Erfolg des Bonner Weltkonzerns Haribo. In der praktischen Arbeit seiner Stiftung geht es vor allem um Naturwissenschaften, und diese inhaltliche Nähe ist ein Glücksfall für das Deutsche Museum Bonn.

Bis zuletzt klaffte eine große Lücke in der Basisfinanzierung. Die konnten die benachbarten Kreise und Kommunen, mit denen die Bonner auch im Gespräch waren, alleine nicht schnell genug füllen – so wichtig zum Beispiel 10.000 Euro vom Kreis Ahrweiler als Signal sind. Es brauchte einen gewichtigen Beitrag, um die Zuschussberatungen im Bonner Stadtrat wieder aufzunehmen. 100.000 Euro pro Jahr von der Riegel-Stiftung sind nun das schlagkräftige Argument, um auch seitens der Stadt 100.000 Euro nachzulegen.

Angesichts der desolaten Haushaltslage ist das wahrlich keine Kleinigkeit. Bonn hat ohnehin nur noch wenig Spielraum, um wirksam zu sparen. Doch das neue Finanzierungsmodell für das Deutsche Museum scheint nun eine für alle Seiten richtige Lösung zu sein. Die Stadt kann ihren Zuschuss letztlich halbieren und damit rund 400.000 Euro pro Jahr sparen. Um die Basisfinanzierung trotzdem zu sichern, springen Nachbarkreise und Stiftung ein.

Dieses stabile „Gegengewicht“ braucht Andrea Niehaus, um die restlichen 600.000 Euro als Projekt- und Fördermittel einzuwerben. Auf den aktiven Förderverein ist dabei sicher Verlass. Doch ohne das Verhandlungsgeschick und die Überzeugungskraft der Museumschefin und ihrer Mitarbeiter wäre das Museum nicht gerettet.