Die Referenten

Nils Kassebohm studierte in Bonn und ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Der 48-Jährige gehört als Partner der Kanzlei Gercke Wollschläger an. In seinem Vortrag am 12. Juni spricht er über die verschiedenen Straftatbestände, die bei häuslicher Gewalt betroffen sind sowie die strafrechtlichen Konsequenzen, den Verlauf von Ermittlungsverfahren und Hauptverhandlung sowie Opfer als Zeugen und richterliche Vernehmungen.

Bernd Lier stellt in seinem Referat am kommenden Mittwoch aus Sicht eines Richters den Ablauf eines Gewaltschutzverfahrens dar. „Man muss das Gesetz genau lesen“, sagt er mit Blick auf die Voraussetzungen einer Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz. Auch erläutert der 1960 geborene Familienrichter am Bonner Amtsgericht, welche Folgen der Verstoß gegen eine gerichtliche Anordnung haben kann. Auch hier ist nach Überzeugung des Juristen und Wirtschaftswissenschaftlers eine Warnung angebracht: „Niemand sollte zu hohe Erwartungen haben – es gibt keinen vollkommenen Schutz!“

Norbert Wagner ist seit 1976 Polizist und führt seit 2016 die Bonner Kriminalpolizei. In dieser Funktion beleuchtet der 61-Jährige das Thema häusliche Gewalt aus Sicht der Polizei und stellt die Maßnahmen vor, die den Beamten zur Verfügung stehen – etwa die Wohnungsverweisung oder längerfristige Unterbringung. Wagner studierte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Wuppertal und von 1987 bis 1989 an der Hochschule der deutschen Polizei in Münster. Seit 1989 übte er unterschiedliche Führungsfunktionen bei der Polizei NRW aus, insbesondere als Leiter der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt NRW und als Leiter der Direktion Kriminalität im Polizeipräsidium Köln.