Projekt der Bonner Karlschule

Die "Ode an die Freude" kommt immer gut an

Nicole Lena de Terry und Joachim Geibel animieren Kinder und Lehrer zum Singen.

Nicole Lena de Terry und Joachim Geibel animieren Kinder und Lehrer zum Singen.

Bonn. Welches Grundschulkind kennt heutzutage den Text des Liedes „Die Gedanken sind frei“. Die Kinder der Karlschule zum Beispiel: Sie üben Volkslieder im Rahmen des Projektes „Ludwig singt!“ des Netzwerks Ludwig van B. ein.

Die Schüler der Karlschule machen gerne mit. „Ich singe ganz gerne“, erklärt Maja (8). Ihre Klasse war auch schon mal mit Martinsliedern aufgetreten: „Wir haben im Stadthaus gesungen“, so Angelina (8). Die Volkslieder haben sie schnell gelernt. Beide mögen aus dem Repertoire, das man ihnen beibringt, am liebsten die „Ode an die Freude“. „Das ist so schön und hat eine schöne Melodie“, meint Maja. Dieses Lied fällt ein wenig aus der Rolle, da es eigentlich kein Volkslied ist. Beethovens berühmtes Musikstück gehört aber trotzdem dazu, immerhin tragen das Projekt und das Netzwerk seinen Namen.

Einmal im Monat kommen die Musikpädagogin Nicole Lena de Terry und der Chorleiter Joachim Geibel an die Schule und üben mit Lehrern und Kindern Lieder ein – mit allen Klassen, was nur an wenigen Schulen der Fall ist. Das Ganze mündet auch in ein gemeinsames Abschlusskonzert mit anderen Schulen, die „Sing“fonie, aber das ist gar nicht mal das Wichtigste. „Ziel ist es, die Singkultur an Bonner Grundschulen zu etablieren“, so de Terry. Und man wolle den Staub von den deutschen Volksliedern wischen. „Die sind bei Jung und Alt immer noch beliebt“, sagt Geibel.

Kinder zum Mitsingen animieren

Die beiden kommen nicht für die Schüler an die Grundschule, sondern für die Lehrer. Sie sollen darin gecoacht werden, wie man Kinder zum Mitsingen animiert und wie man ihnen Liedtexte und Spaß am Gesang vermittelt. Außerdem erhalten sie Stimmtraining, und man macht ihnen Mut zum Vorsingen. Die Lehrer sind eingeladen, mit den Kindern in den Pausen zu singen, möglichst auch klassenübergreifend.

An der Karlschule klappt das laut Rektor Ralf Ewen wunderbar. Die Schüler treffen sich montags zum gemeinsamen Singen, und er hört die Lieder oft auch in den Gängen. „Ich mache manchmal die Tür zu, wenn ich ein wenig Ruhe brauche, weil hier so viel gesungen wird.“ Ihn freut die Begeisterung der Kinder und Lehrer.

In diesem Jahr stehen neben der „Ode an die Freude“ 15 Volkslieder auf der Liste, die nach und nach einstudiert werden sollen. Das Projekt erstreckt sich über mehrere Jahre, insgesamt lernen die Kinder dabei 40 Lieder. Ziel des Projekts ist es, dass die Lehrer nach maximal drei Jahren für den Unterricht genügend Rüstzeug für das selbstständige Weitersingen mit den Kindern in allen Schuljahren haben.