Pläne für Viktoriakarree

Die Jury tut sich schwer

BONN. Die Jury tut sich offenbar schwer mit einer Entscheidung über die Zukunft des Viktoriakarrees. Am Montag tagte das Gremium, zu dem neben Architekten auch Vertreter der Verwaltung und der Fraktionen gehören.

Bis Redaktionsschluss gab es noch kein eindeutiges Ergebnis. Wie berichtet, sind beide Konzepte für das Areal zwischen Rathausgasse und Franziskanerstraße, Belderberg und Stockenstraße bislang nicht gut angekommen - weder bei Bürgern bei einer Informationsveranstaltung, noch bei den Fraktionen.

Auch der Städtebaubeirat hatte kein gutes Haar an beiden Entwürfen gelassen: die Hochtief versteifte sich auf zu viel Wohnraum, die Sigma schuf insbesondere Platz für Einzelhandel.

Einzig bei der Umgestaltung der Pestalozzi-Schule zur möglichen Unterbringung von Gedenkstätte, Stadtmuseum und Stadtarchiv hatten beide beauftragte Architektenbüros sehr ähnliche Konzepte vorgelegt. Die Sanierung und der Umbau der Pestalozzischule ist Teil der europaweiten Ausschreibung gewesen, so wie auch die Unterbringung der Philologischen Bibliothek der Universität Bonn.

Denn die Gedenkstätte und das Stadtmuseum brauchen, wenn das Areal anderweitig genutzt wird, neue Unterkünfte. Die breiten Flure in der alten, ungenutzten Schule böten guten Raum für Ausstellungen, waren sich die Planer einig.

Indes gibt es mittlerweile neue Überlegungen. Wie der GA erfuhr, soll das Stadtmuseum im LVR-Landesmuseum aufgehen, Stadtarchiv und Gedenkstätte sollen im Stadthaus untergebracht werden, und zwar in dem Turm, in dem zurzeit das Städtische Gebäudemanagement (SGB) seine Büros hat.

Das SGB soll nach diesen neuen Plänen dann in die Pestalozzischule umziehen. "Es gibt dazu Vorgespräche und Überlegungen zwischen allen Beteiligten, die aber noch nicht abgeschlossen sind", sagte dazu Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Anfrage.

Unterdessen gibt es innerhalb der Fraktionen auch Überlegungen, das Verfahren unter Umständen neu aufzurollen, weil beide Bewerber nicht das abgeliefert hätten, was ausgeschrieben war: einen "gesunden Mix" aus Einzelhandel und Wohnen. Dann aber müsse man sich im Klaren sein, so Vertreter von Grünen und SPD, dass das Projekt dann auf Jahre in der Schublade verschwindet.