Dinner-Show im Maritim

Die Höhner holten sich Maite Kelly zur Verstärkung

Weihnachtsstimmung verbreiten Maite Kelly und die Höhner im Maritim-Hotel.

BONN. Fünf auf der Bühne, einer fehlte. Als Hannes Schöner, Bassist der "Höhner", am Freitag im Bonner Maritim Hotel verkündete, dass Frontmann und Stimmungskanone Henning Krautmacher wegen einer Nierenbeckenentzündung bis auf Weiteres für Auftritte ausfällt, war aber keiner mehr so richtig überrascht: Mehrere Zeitungen hatten bereits darüber berichtet.

Also musste die Premiere des "Höhner Weihnachtszaubers" ohne ihn stattfinden. Ausfallen sollte sie nicht: "Henning hat gesagt, geht für mich auf die Bühne, singt für mich mit", sagte Schöner. Und Maite Kelly war als Überraschung auch noch da.

"Wenn einer ausfällt, ist es wichtig, dass man zusammenhält", sagte er. So hatte er die Haupt-Singarbeit, was er richtig gut machte: Für die herzlich-besinnlich-kölsche Atmosphäre, die im Saal des Hotels verbreitet werden sollte, war der 60-Jährige mit seiner warmen Stimme genau der Richtige. Denn die Kölner Band spielte zwar auch ein paar ihrer Karnevalssongs, zumeist aber Weihnachtslieder wie "Ne besondere Kalender" und "Hillich Ovend ben ich doheim".

Besonderen Applaus erhielt Schöner für seine Version von "He ain't heavy, he's my brother". Danach schmetterten die Musiker als Kontrastprogramm "Echte Fründe". Diese beiden Lieder waren die wahren Eisbrecher des Konzertabends, für den die Bühne adventlich mit Weihnachtsbäumen und Weihnachtsmarktbuden dekoriert war. Viele der gut 1200 sangesfreudigen Gäste, die vor dem Auftritt bereits ein opulentes Mahl genossen hatten, waren zu diesem Zeitpunkt richtig bei der Sache.

Ruhige und schwungvolle Songs wechselten sich mit amüsanten Verzellche ab. Für "Minge Droum" ließen sie die als Zirkusdirektor verkleidete Marionette von gelebten Träumen singen - ihr gesellte sich dann eine weitere Puppe hinzu, ähnlich kostümiert, aber mit einem ordentlichen Schnäuzer: Zumindest in dieser Form fand Krautmacher kurzzeitig den Weg auf die Bühne.

Und fürs Weihnachtsbaumschmücken zum Song "Schabäuche" hatten sie sich einen besonderen Gast organisiert: Sängerin Maite Kelly, die mit den Höhnern eng befreundet ist, unterstützte die dezimierte Gruppe.

"Ich habe den Schnurrbart vergessen", scherzte sie. Für sie sei es selbstverständlich gewesen, auszuhelfen, als Schlagzeuger Janus Fröhlich sie Anfang vergangener Woche anrief. "Meine Tochter hat gesagt: Mama, Freunden muss man helfen." Sie unterstützte die Höhner bei einigen Songs, gemeinsam spielten sie unter anderem "Stille Nacht" - ein starker Auftritt.

Die Dinner-Show war letztlich ein Erfolg. Der 56-jährige Krautmacher ist laut Höhner-Management auf dem Weg der Besserung, muss aber noch eine Weile pausieren. Eine Nierenbecken-Entzündung könne man nicht einfach mit Antibiotika behandeln. Der beliebte Sänger werde sich bis zu Beginn der Hauptkarnevalsphase schonen, um richtig zu genesen.

Die Veranstaltung im Maritim Hotel zeigte, dass die erfahrene Band, die seit 41 Jahren auf der Bühne steht, seinen Ausfall zumindest für die Weihnachtsauftritte gut kompensieren kann.