Behörde in Bonn

Die GIZ betreut Projekte in 120 Ländern

Bonn. Wo immer die Bundesrepublik Deutschland auf der Welt zu helfen versucht, ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort. Gesteuert wird die Arbeit der GIZ zu gleichen Teilen in Eschborn und aus Bonn.

Solarkraft für Mexiko, bessere Absatzwege für Vanillebauern in Madagaskar oder die Unterstützung ländlicher Berufsschulen in Laos – wo immer die Bundesrepublik Deutschland auf der Welt zu helfen versucht, ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort. Die gemeinnützige GmbH agiert dabei erfolgreich mit der Flexibilität eines Unternehmens im Auftrag und in Beratung der Bundespolitik. Gesteuert wird die Arbeit der GIZ zu gleichen Teilen in Eschborn und an der Friedrich-Ebert-Allee in Bonn.

Was sind die Hauptaufgabender GIZ?

Andreas Proksch ist Bereichsleiter für alle Sektor- und Globalvorhaben. Er sagt: „Wir arbeiten in 120 Ländern weltweit dafür, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Konkret fördern wir zum Beispiel die Entwicklung der lokalen Wirtschaft, ökologische Verbesserungen und transparente demokratische Regierungssysteme.“ Drei Viertel der Aufträge stammen aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Aber auch Entwicklungshilfeorganisationen anderer EU-Länder oder große Stiftungen wie die Bill and Melinda Gates Foundation setzen auf die Expertise der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Warum und für wen ist diese Arbeit wichtig?

„Der Welt geht es nicht gut. Sie ist weder friedlich noch gerecht“, sagt Proksch. Deutschland habe in vielerlei Hinsicht ein großes Interesse an Verbesserungen. Seien es vor Hunger, Armut oder Gewalt flüchtende Menschen oder die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels: Deutschland und seine Bewohner würden damit konfrontiert.

Neben der Hilfe aus rein humanitären Gesichtspunkten diene die Arbeit der GIZ damit auch zur Stabilisierung in von Konflikten und Gewalt geprägten Ländern, dem Schutz natürlicher Ressourcen und der Verringerung der Auswirkungen menschengemachter Phänomene wie des Klimawandels – und sei damit ganz profan auch im Interesse des deutschen Steuerzahlers.

Wo liegen aktuell die Schwerpunkte?

Seit Beginn ihrer Arbeit habe die GIZ kontinuierlich rund ein Dutzend Schwerpunkte bearbeitet, sagt Proksch. Dabei habe es stetig wechselnde Prioritäten gegeben. Aktuell bemüht sich die GIZ nach dem Beginn der Flüchtlingskrise 2015 vordringlich darum, Fluchtursachen in den Herkunftsländern entgegenzuwirken, indem sie Perspektiven für die Menschen vor Ort schafft. Nach dem Klimagipfel von Paris ist zudem das Thema Klima und Energie noch stärker in den Fokus gerückt. Auch der Nahost-Konflikt mit seinen diversen Schauplätzen sei ein weiterer Schwerpunkt. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller habe zudem Landwirtschaft und Ernährung verstärkt auf die Agenda gesetzt. „Hier liegt tatsächlich der Schlüssel zur Lösung vieler regionaler und globaler Probleme“, glaubt auch Proksch.

Warum sitzt die Institution in Bonn?

„Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Deutsche Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt), zwei Vorläufer der GIZ, waren schon seit 1963 beziehungsweise 2002 in Bonn ansässig“, sagt Marion Frank, Leiterin der Kommunikation. Nach der Fusion mit der in Eschborn heimischen Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) 2011 blieben beide Hauptsitze erhalten. Derzeit arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter am Bonner Standort. Bis 2019 soll auch der aktuell im Bau befindliche Campusbau für 850 Mitarbeiter am Trajektkreisel bezugsfertig sein.

Wie zufrieden ist man mit dem Standort?

„Was für eine Frage“, antwortet Marion Frank. Das Bundesentwicklungsministerium in Laufweite, die Nähe vieler Hilfsorganisationen und die Sekretariate der Vereinten Nationen zum Klimaschutz und mit Themen des Natur- und Ressourcenschutzes machten den Standort besonders attraktiv. Ob das auch bei einem vollständigen Regierungsumzug nach Berlin noch der Fall wäre, wollen die GIZ-Verantwortlichen nicht bewerten. Aber sämtliche Mitarbeiter aus dem In- und Ausland schätzten die hohe Lebensqualität in Bonn und die große Aufgeschlossenheit der hiesigen Bevölkerung. Ein häufig geäußertes Problem seien allerdings fehlende Kindergartenplätze, bemerkt Andreas Proksch.