Kommunalwahl 2014

Die CDU bricht in Godesberg ein

Die Wahlhelferinnen Delia von Mauchenheim, Angela Fleischer-Walgenbach, Julia Tran und Margit Ventulett in Rüngsdorf.

BAD GODESBERG. Spektakuläre Verluste für die CDU. SPD und Grüne konstant. FDP vergleichsweise stabil. Und großer Jubel bei den kleineren Parteien, allen voran der Wählervereinigung "Die Godesberger", die mit einem Sitz erstmals im Bad Godesberger Bezirksparlament vertreten ist.

So lässt sich im Telegrammstil das Ergebnis der gestrigen Wahl zur Bezirksvertretung in Bad Godesberg zusammenfassen. Die CDU verliert in ihrem bisherigen "Stammland" Bad Godesberg nahezu ein Viertel ihrer Wählerschaft vom letzten Mal. Von 40,7 Prozent (2009) fallen die Christdemokraten auf ein historisches Tief von 31,3 Prozent.

Leichte Gewinne verzeichnet hingegen die SPD, sie kommt auf 19,2 (2009: 18,0) Prozent der Stimmen. Drittstärkste Kraft bleiben die Grünen trotz leichter Verluste: Ihnen schenkten gestern 15,7 (2009: 17,0) Prozent der Bad Godesberger ihre Stimme. Die FDP in Bad Godesberg trotzt dem scharfen Gegenwind auf Bundes- und Europa-Ebene und rettet in Bad Godesberg 7,3 Prozent (2009: 11,6) der Stimmen ins Ziel.

Die Linke wiederum verbucht Zugewinne und kommt auf 4,4 Prozent (2009: 3,4). Beim Blick auf die kleineren Parteien im bürgerlichen Lager wird rasch deutlich, wohin sich die ehemaligen CDU-Wähler in Bad Godesberg orientiert haben. So baut der Bürger Bund Bonn seinen Wert von 6,7 auf 8,4 Prozent aus. "Die Godesberger" erreichen aus dem Stand 5,7 Prozent der Stimmen.

Und die Alternative für Deutschland erzielt bei ihrer ersten Kandidatur mit 2,4 Prozent einen Achtungserfolg, der die Kopfschmerzen der etablierten bürgerlichen Parteien noch verstärken dürfte. Verpasst haben wie die AfD den Sprung in die Bezirksvertretung auch Pro NRW (2,2 Prozent), die BIG-Partei (1,9) sowie die Piraten (1,6 Prozent).

Die künftige Sitzverteilung in der Bezirksvertretung Bad Godesberg: CDU 6 (bisher 8), SPD 4 (4), Grüne 3 (3), FDP 2 (2), Bürger Bund Bonn 2 (1), Linke 1 (1), Die Godesberger 1 (0). Damit sind die Mehrheitsverhältnisse so offen wie die Frage, wer künftig das Amt des Bezirksbürgermeisters bekleidet. CDU-Vorsitzender Benedikt Hauser machte aus seiner Enttäuschung gestern keinen Hehl, kündigte aber auch mit Blick auf diese Frage an: "Als weiterhin stärkste Fraktion werden wir auch darüber jetzt Verhandlungen aufnehmen."