Neues Finanzierungsmodell für Sportvereine

Der schnelle Weg zum Kunstrasenplatz

Der F.-A.-Schmidt-Platz in Dottendorf ist für den Spielbetrieb unbrauchbar. Mitglieder der Hertha demonstrierten kürzlich und forderten Unterstützung ein.

26.11.2013 BONN. Die Idee klingt verlockend: Vereine, die auf der städtischen Prioritätenliste der zu sanierenden Sportplätze weit hinten stehen, nehmen ein Darlehen auf, bei dem während der Laufzeit nur Zinsen fällig werden, gehen also in Vorleistung und bekommen später das Geld von der Stadt, um das Darlehen zu tilgen.

"Das wäre ein Modell, von dem nicht nur die Sportvereine profitieren würden, sondern auch die Stadt", so der Sprecher des Stadtsportbundes, Michael Nickels. "Für die Stadt ist das Modell mit keinen Mehrkosten verbunden." Der SSB werde im Auftrag der Bonner Fußballvereine mit der Verwaltung und den Parteien ein entsprechendes Programm aushandeln. Die Sparkasse KölnBonn habe bereits signalisiert, die Umsetzung eines solchen Modells wohlwollend zu prüfen.

Das Konzept stellte der Vorsitzende des Arbeitskreises (AK) Fußball im SSB, Heiko Fleck, jetzt Vertretern von 21 Vereinen vor. Voraussetzung für das Modell sei, dass die Stadt weiterhin jährlich 700.000 Euro für den Umbau der zurzeit maroden Plätze in Kunstrasenplätze beziehungsweise für deren Sanierung zu gut bespielbaren Tennenplätzen zur Verfügung stellt und dass die Prioritätenliste, nach der jährlich "mindestens ein Platz" entweder zum Kunstrasenplatz umgerüstet oder saniert wird, auch verbindlich ist. Denn die Vereine müssten sich darauf verlassen können, dass sie eines Tages das Geld bekommen, mit dem sie das Darlehen tilgen. Bis dahin müssten sie "nur" für die Zinskosten aufkommen. Nickels: "Die Stadt würde sich im Gegenzug verpflichten, das Darlehen zu dem Zeitpunkt zu tilgen, an dem die Platzsanierung nach der Prioritätenliste an der Reihe wäre."

Nach der Modellrechnung des SSB würde die jährliche Zinsbelastung etwa 10.000 Euro betragen. "Für die Stadt hat das Modell den Vorteil, dass ihre Sportplätze schneller saniert und damit im Wert steigen, dass sie keinerlei Mehrkosten hat und, weil der Verein als Bauherr auftritt, die Baumaßnahme nicht europaweit ausgeschrieben werden muss", so Nickels weiter.

"Die Sportverwaltung freut sich über das einmütige Votum der Fußballvereine", so der Leiter des Sport- und Bäderamtes der Stadt Bonn, Martin Herkt. "Die Verwaltung wird sich vom SSB und Vertretern des Arbeitskreises Fußball das Konzept noch einmal im Detail erläutern lassen und eine mögliche Umsetzung prüfen", verspricht er. (Cem Akalin)