Krisengespräch zu Beethovenhalle

Der Zeitplan könnte halten, die Kosten steigen weiter

Die Arbeiten im Innern der Beethovenhalle haben vor einigen Wochen begonnen.

Die Arbeiten im Innern der Beethovenhalle haben vor einigen Wochen begonnen.

Bonn. Wieder musste die Stadt sich mit einer Dringlichkeitsentscheidung ungeplante Mehrausgaben für eine Spezialtiefbaufirma genehmigen lassen.

Der Auftrag geht für rund 8,4 Millionen Euro an das Unternehmen – etwa 1,2 Millionen Euro mehr als vorher geschätzt. Andere Firmen hätten noch mehr verlangt, und es habe nur wenige Angebote gegeben, heißt es im Verwaltungspapier.

Ob diese Zusatzausgaben schon in der jüngsten Gesamtkostenprognose von 70,6 Millionen Euro enthalten ist, war am Freitag nicht zu klären. Zumindest zum Zeitplan der Hallensanierung hatte der zuständige Stadtdirektor Wolfgang Fuchs aber gute Nachrichten. Er saß am Morgen in einer Gesprächsrunde mit dem Städtischen Gebäudemanagement, dem externen Projektsteuerer, Fachplanern und dem Berliner Architektenbüro Nieto Sobejano Arquitectos zusammen, das die Stadt mit der Objektplanung beauftragt hat. Fuchs hatte die Architekten zuletzt heftig kritisiert, nachdem sie eine Bauzeitverlängerung um fünf Monate bis März 2019 angekündigt hatten. Die scheint nun vom Tisch zu sein.

Beethovenhalle als besonderes Projekt

„Wir werden es wahrscheinlich bis Dezember 2018 schaffen“, sagte Fuchs dem GA. Lediglich beim Umbau des Studios zum Kammermusiksaal könne es wegen der komplexen Tiefbauarbeiten möglicherweise zwei Monate länger dauern. In dem Gespräch am Freitag sei es gelungen, den Zeitplan gemeinsam mit den Beteiligten zu straffen, so Fuchs. Nachdem es wochenlang gekriselt hatte, scheint die Stimmung jetzt wieder besser zu sein. „Alle sehen die Beethovenhalle als besonderes Projekt“, sagte der Stadtdirektor. „Das Gespräch macht mich wieder deutlich optimistischer, dass wir den Zeitplan halten und der Kostenanstieg überschaubar bleibt.“

Der Bürger Bund Bonn (BBB) sieht die Lage völlig anders. „Wir sind jetzt bei 70,6 statt ursprünglich 58 Millionen Euro“, konstatierte Johannes Schott am Donnerstagabend im Stadtrat. Es sei Zeit, die Notbremse zu ziehen. Der BBB beantragte erfolglos, das Projekt zu stoppen und die Beethovenhalle nur in einer Minimalvariante zu ertüchtigen. Fuchs hielt dagegen, das werde noch teurer, als jetzt weiterzubauen: Aufträge im Wert von 30 Millionen Euro seien schon vergeben oder in Planung. Fuchs: „Ein Zurück kann es nicht geben!“

Beethovenfest 2019 soll wieder in der Halle stattfinden

Man werde alles daran setzen, die Baumaßnahmen rechtzeitig ab zuschließen, damit das Beethovenfest 2019 wieder in der Halle stattfinden könne. Bärbel Richter gab ihm recht: Ein Stopp sei unrealistisch, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende. Bonn werde sich international blamieren, wenn das Beethovenfest verlagert werden müsse. „Deshalb werden wir uns bei den Kosten wohl auf Beschleunigungszuschläge für die Firmen einstellen müssen, wie es beim WCCB war“, sagte Richter.