So könnte Bonns neues Schwimmbad aussehen

Der Sieger überzeugt durch "hellen, freundlichen Raum"

Bonn. Die Sieger des Architektenwettbewerbs für das neue Bonner Schwimmbad stehen fest. Auf dem ersten Platz landet der Entwurf eines Dresdener Architektenbüros.

Das Projekt Badneubau am Heizkraftwerk Süd hat die nächste Hürde genommen. Das Dresdner Büro Code Unique gewann am Donnerstag den Architektenwettbewerb, den die Stadtwerke Bonn (SWB) als Bauherr ausgelobt hatten. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Arbeiten von 4a Architekten aus Stuttgart und KSP Jürgen Engel aus Braunschweig.

"Ein kompakter Entwurf mit einer interessanten räumlichen Figur", lobte Architekt Rolf Westerheide den Sieger. Das Bauwerk überzeuge auch durch den "hellen, freundlichen Raum der Badelandschaft". Westerheide war Vorsitzender der Jury, die sieben Stunden in der SWB-Zentrale getagt hatte - unter den 21 Mitgliedern Fachleute, Vertreter der SWB, der Stadtverwaltung und des Rates, aber zum Beispiel auch Ute Pilger für die Schwimmvereine. SWB-Geschäftsführer Peter Weckenbrock zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Die Wirtschaftlichkeit der Architektur und Baukonstruktion und der Aspekt Klimaschutz und Energieeffizienz hatten für uns bei der Auswahl einen hohen Stellenwert", betonte er.

Der Neubau wird für Sport-, Schul- und Freizeitschwimmer konzipiert: unter anderem mit einem Schul- und Sportbecken (25 Meter, zehn Bahnen), einem weiteren Schwimmbecken (25 Meter, acht Bahnen), einem Freizeitbecken mit mehreren Rutschen, einem Sprungturm. Angedacht sind jeweils 400 Stellplätze für Autos und Fahrräder (überdacht).

Erläuterung zum Entwurf des Büros KSP Jürgen Engel

Die Sieger-Architekten aus Dresden planen Fassaden aus Glas und Beton. In den Baukörper wollen sie begrünte Lichthöfe einlassen, die sie als Liege- und Ruhezonen vorschlagen. Der Familienbereich mit Erlebnis- und Planschbecken sowie das Reich der Freizeitschwimmer sollen im südlichen Teil liegen, mit Zugang zur Liegewiese und einem beheizten Außenbecken. Sportbecken sind im nördlichen Teil vorgesehen und können während der Wettkämpfe abgetrennt werden. Spa und Sauna kommen ins ruhige Obergeschoss, L-förmig um eine begrünte Dachterrasse angeordnet.

 

Erläuterung zum Entwurf von Code Unique 

Alle drei Architektenbüros vertiefen nun ihre Planungen, berechnen die Baukosten und verhandeln mit der SWB GmbH. Die endgültige Auswahl fällt nach strengen Verfahrensregeln mit Punktesystem; die besten Chancen hat dabei der Erstplatzierte. Im Dezember sollen die Stadtwerke dem Rat ein entscheidungsreifes Konzept vorlegen. Kommt der Neubau, soll im Gegenzug außer dem Kurfürsten- auch das Frankenbad geschlossen werden.

 

Erläuterungen zum Entwurf von 4a Architekten.pdf

Bisher haben sich SWB und Stadtverwaltung nicht einmal zu groben Kostenschätzungen hinreißen lassen. "Die Wirtschaftlichkeit aller drei Entwürfe ist so, dass sie darstellbar ist", erklärte Oberbürgermeister Ashok Sridharan, nachdem er aus der Jurysitzung kam. Sollten Abstriche nötig sein, sei aus seiner Sicht am ehesten das Thermalaußenbecken verzichtbar. Die Bonner könnten sich auf jeden Fall auf ein "attraktives und barrierefreies Angebot" freuen.

Die Stadtwerke sollen nicht nur bauen, sondern auch den technischen Betrieb übernehmen, während die Stadt die Bademeister stellt. Das Defizit des Badbetriebs soll von zusätzlichen Ausschüttungen abgezogen werden, die die Stadt ab 2018 vom kommunalen Konzern verlangt (zwei Millionen Euro, ansteigend auf fünf Millionen Euro in 2023). Ob die SWB die Badverluste wie angekündigt steuersparend mit ihren Energiegewinnen verrechnen können, ist nach heutigem Planungsstand nicht sicher (der GA berichtete).

Die Jury tagte genau fünf Tage nach Auszählung des Bürgerentscheids zur Zukunft des Kurfürstenbades. Dabei hatte mit 51,64 Prozent eine knappe Mehrheit gegen eine Sanierung des Godesberger Bades gestimmt. Stadtverwaltung, Ratsmehrheit und Stadtsportbund hatten für ein "Nein" geworben, um das neue Schwimmbad nicht zu gefährden.