Ausbau zwischen Troisdorf und Oberkassel

Der S13 droht Verzögerung um drei Jahre

Die jetzige Trasse der Eisenbahn durch Beuel wird auch die Streckenführung der S 13.

Die jetzige Trasse der Eisenbahn durch Beuel wird auch die Streckenführung der S 13.

Bonn. Überlegungen in der Chefetage der Deutschen Bahn sorgen in der Region für Unruhe. Denn die schnellere Verbindung zum Flughafen könnte sich um weitere drei Jahre verzögern.

Sehr geehrte Fahrgäste, die Linie S 13 in Richtung Flughafen Köln/Bonn hat leider drei Jahre Verspätung. Im übertragenen Sinne ist es diese Nachricht, die seit einigen Tagen die Gemüter unter Verkehrspolitikern und all jenen erhitzt, denen an einer schnelleren Verbindung zum Flughafen gelegen ist. Denn offenbar erwägt die Deutsche Bahn, die Ausbauarbeiten zwischen Troisdorf und Oberkassel zu verschieben. Entschieden sei allerdings noch nichts, teilte das Unternehmen auf GA-Anfrage mit. Doch genügt schon diese Erklärung, um in der Kommunalpolitik für erhebliche Unruhe zu sorgen.

Grund für die Überlegungen der Bahn sind dem Vernehmen nach Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Hannover und Würzburg. Ein Teil des dortigen Güterverkehrs soll vorübergehend auf die rechte Rheinstrecke verlagert werden. Dort aber, so heißt es, könne dann mindestens drei Jahre nicht an der S 13 gearbeitet werden. Wie die Stadtverwaltung gegenüber dem General-Anzeiger erklärte, sei die Stadt Bonn in der vergangenen Woche seitens der Bahn mündlich über die Überlegungen informiert worden.

Auch bei einem verkehrspolitischen Forum der Bonner Grünen am vergangenen Freitag machte die Angelegenheit die Runde. Entlang der Ausbaustrecke indes ahnte man da von einer Verzögerung offenbar noch nichts: Noch vor dem Wochenende kündigte etwa die Stadt Troisdorf für den Rest des Januars Rodungsarbeiten an, um für die Strecke Platz zu schaffen. Und die Deutsche Bahn selbst hatte zum Jahreswechsel einen umfassenden Zeitplan mit allen kleineren und größeren Bauschritten, Sperrungen und Umleitungen veröffentlicht, die der Ausbau der S 13 im Jahr 2018 im Kreisgebiet mit sich bringen werde.

"Es droht der langsame Tod der S 13"

Auch am Montagnachmittag bestätigte das Unternehmen die mehrjährige Verzögerung nicht. Aber auch ein Dementi sucht man in der Antwort auf die konkrete Anfrage dieser Zeitung vergeblich. Bei jeglichen Baumaßnahmen, so ein Bahnsprecher sinngemäß, seien die Auswirkungen auf das gesamte deutschlandweite Netz zu betrachten und abzuwägen. „Sollten sich im Rahmen von Planungen Auswirkungen auf bereits laufende Baumaßnahmen ergeben, werden wir die Öffentlichkeit entsprechend frühzeitig informieren“, so der Sprecher.

Zurzeit liefen detaillierte Untersuchungen zu zahlreichen möglichen Umleitungsstrecken, die vor allem mit Blick auf möglichst geringe Auswirkungen für die Fahrgäste betrachtet würden. „Erste valide Ergebnisse dazu liegen uns voraussichtlich Mitte des Jahres vor. Daher stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Auswirkungen auf die S 13 fest“, so der Bahnsprecher abschließend.

In den zuständigen Abteilungen von Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Nahverkehr Rheinland (NVR) gibt diese Nachrichtenlage offenbar Anlass, um etwas mehr Klarheit zu bitten. Es werde gerade ein gemeinsames Schreiben formuliert, um überhaupt erst einmal Informationen darüber zu bekommen, was vonseiten der DB geplant wird, ob es Alternativen gibt und wie dies mit den S 13-Maßnahmen zusammenpasst, teilt Marc Hoffmann vom Presseamt der Stadt mit und ergänzt: „Sowohl der Nahverkehr Rheinland als auch die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis werden alles tun, damit die S 13-Bauarbeiten zügig fortgeführt werden und es zu keinen Bauunterbrechungen kommen wird.“

Drastische Befürchtungen hegt indes bereits Rolf Beu, Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Bonner Stadtrats. „Es droht der langsame Tod der S 13“, vermutet der Grünen-Politiker. Aus einer „sowieso schon unakzeptabel langen Bauzeit von 13 Jahren würden 16 – ein Negativrekord für zwölf Kilometer“, so Beu. Schließlich habe man in derselben Zeit in der Schweiz den Gotthard-Basistunnel fertiggestellt, ein aufwendiges und schwieriges Schienentunnelprojekt unter dem Hauptkamm der Alpen, mit 57 Kilometern fast fünfmal so lang wie die ebene S-Bahn-Strecke zwischen Troisdorf und Oberkassel. Beu schlägt der Bahn eine Alternative vor: Sie soll die Bauzeit der S 13 einfach so verkürzen, dass diese vor dem Beginn der Sanierung zwischen Hannover und Würzburg fertiggestellt ist.