Ausstellung im Haus der Geschichte

Der Manta steht jetzt in Bonn

Der Opel Manta aus dem Film "Manta, Manta" steht jetzt im Haus der Geschichte in Bonn.

Bonn. Das Bonner Haus der Geschichte zeigt das Kultauto aus dem Film "Manta, Manta" ab 9. März in einer Ausstellung. Die Sonderanfertigung war Hauptdarsteller in der 1991 mit Til Schweiger und Tina Ruland gedrehten Actionkomödie.

„Boah, ey, geil, ey – das ist ein Gefühl von Freiheit“, jedenfalls für den von Til Schweiger ideal verkörperten Bertie „Ich-brauch-kein-Abitur“ im Film „Manta, Manta“. Bertie hatte das, was in den frühen 90ern in gewissen Kreisen das Nonplusultra war: einen getunten Opel Manta. Die andere Kult-Karre jener Jahre war der VW GTI, auch der 3er BMW galt als ernstzunehmender Gegner im Ring. In der von Bernd Eichinger 1991 produzierten Actionkomödie „Manta, Manta“, die 1992 rund 1,2 Millionen Kinobesucher anlockte und bei ihrer Erstausstrahlung auf RTL von 11,48 Millionen Zuschauern gesehen wurde, brezelte Bertie seinen Manta zum Boliden mit 270 PS auf.

Nicht „Boah, ey“, aber doch immerhin ein „Ooooh“ entfuhr der Pressemeute am Montagmorgen, als der originale Opel Manta aus dem Film aus dem Aufzug in den nahezu leeren großen Wechselausstellungsraum des Bonner Hauses der Geschichte gerollt wurde. Noch mehr „Oooohs“, als Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, und Projektleiter Ulrich op de Hipt das blaue Tuch von der gelben Motorhaube zogen. Kleiner Vorgeschmack auf den Mythos Manta und die Ausstellung „Geliebt – gebraucht – gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“, die vom 10. März 2017 bis 21. Januar 2018 in Bonn gezeigt wird. Es geht um die Faszination Auto, um den Wagen als Identifikationsobjekt und Imagefaktor.

 

Der Kult-Opel, ein Mercedes 600 Pullmann als Staatskarosse und ein schnittiger Melkus-Sportwagen aus DDR-Zeiten werden die Stars der Ausstellung sein, verspricht Ausstellungsdirektor Thorsten Smidt. Weitere Automobil-Objekte sind ein verpackter VW-Käfer von Christo und die sogenannte Verdichtung eines Porsches von Gottfried Bechtold: Der Schrotthaufen, der nur noch anhand der Radkappen als Porsche zu erkennen sein wird, dürfte manchem Fan dieser Edelmarke die Tränen in die Augen treiben.

Auch der Opel Manta – ob serienmäßig oder als getuntes Proll-Filmauto – dürfte in der Ausstellung für mehr Emotionen sorgen als andere Film-Promis, etwa James Bonds Aston Martin DB5, der DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“ oder der „tolle Käfer“ Herbie (die sind nicht in der Ausstellung zu sehen). Der Opel Manta ist eine in Bochum gebaute Ruhrpott-Legende. Der Manta A rollte von 1970 bis 1975 vom Band, der Manta B schloss sich an und wurde bis 1988 produziert. Insbesondere dieses Modell, das mit dem Slogan „Ich träumte, ich wäre im neuen Opel Manta mit Caroline durch Monaco gefahren“ angepriesen wurde, avancierte zum Kultstar der Schrauber- und Tuningszene. Und bald auch zur Zielscheibe für Häme und unzählige Mantawitze.

Als klassischer Klischee-Mantafahrer galt ein im Ruhrgebiets-Slang sprechender Oberproll mit „Vokuhila“-Frisur (vorne kurz, hinten lang), Sixpack auf dem Rück- und dauergewellter Blondine auf dem Beifahrersitz. Unterm Autospiegel baumelte der obligate Fuchsschwanz. Der hängt auch im Bonner Manta, ein Modell B, Erstzulassung 1983. Mit „Breitbau-Hintern“, Breitreifen (im Fachjargon: „fette Schlappen, 345er Pellen auf Mattig-Sport-Stahl“), Front- und Heckspoiler wurde er für den Film aufgehübscht. An Farbe wurde nicht gespart, sogar die Armaturen sind bunt. Der Wagen, den einst Schweiger im Film fuhr – mit Tina Ruland als Uschi auf dem Beifahrersitz – gehört Sascha Kosciankowsky und steht gewöhnlich in einem Autohaus in Eschweiler bei Aachen.

 

Glaubt man dem Portal „Motor Talk“ kaufte Trini Trimpop, Schlagzeuger und später Manager der Band Die Toten Hosen, das Auto nach dem „Manta, Manta“-Dreh und fuhr es bis 2003. Er verkaufte es dann. 2007 trifft der auf Filmautos spezialisierte Kosciankowsky auf den Manta, zweifelt zunächst an der Historie, kauft ihn dennoch und verkauft ihn nach drei Wochen wieder („Ich war jung und brauchte das Geld“). 2009 erneuter Kontakt mit dem Manta. Vier Jahre lang „baggert“ Kosciankowsky den Besitzer an. Jetzt hat er sein „Traumauto“ wieder.