Nachruf auf Volker Weiss

Der Mann mit dem Banjo ist tot

Mit 79 Jahren verstarb der Bonner Jazzer Volker Weiss.

Mit 79 Jahren verstarb der Bonner Jazzer Volker Weiss.

Brüser Berg/Ippendorf. Die Bonner Jazzszene trauert um Volker Weiss. Der Banjo-Spieler, der in den 1950er Jahren bei der deutschlandweit bekannten Black Bottom Brass Band spielte, starb im Alter von 79 Jahren.

„Volker Weiss war das Urgestein des Bonner Jazz schlechthin“, würdigte sein langjähriger Weggefährte Rainer Goetzendorf.

Seit Geld verdiente Weiss als Ministerialrat im Bundesfinanzministerium , seine Leidenschaft aber gehörte dem traditionellen Jazz – und dem Banjo. Volker Weiss gehörte Anfang der 50er Jahre zu den Begründern der ersten Dixielandband in Bonn – den Dixieland Collectors. 1956 wechselte er dann zur Black Bottom Brass Band. Mit dieser Band hatte er viele Auftritte an Orten wie die „Müllerin“ vor dem Bahnhof, dem Keller des Hotels „Zur Traube“ oder vor allem dem berühmten Saal Kemp in Kessenich, alles Orte, die alten Bonnern noch bekannt sein dürften.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und dem Referendariat schloss er sich einige Jahre der Happy Jazz Company an. Als der General-Anzeiger im Rahmen der 2000-Jahr-Feier Bonns das berühmte Veteranenjazzfestival in der Bad Godesberger Stadthalle organisierte und hierfür alle ehemaligen Bands aus Bonn aktivierte, war Volker Weiss mit seiner Black Bottom Brass Band auch dabei.

Als sich im Anschluss dieses Konzertes die Hot Pepper Jazz Band gründete, schloss er sich ihr an. Mit dieser Band hat er 27 Jahre lang bis zuletzt auf zahllosen Jazzfestivals und in Jazzclubs in ganz Europa von Schweden, Dänemark und die Niederlande über Großbritannien bis Frankreich gespielt. Weiss wird mit seinem Banjo der Jazzszene in Bonn fehlen.