Klimakonferenz und Tourismus

Der Kussmund bleibt der Klassiker

Beliebte Bonn-Souvenirs: Taschen, Trinkbecher, Frühstücksbrett und Feuerzeuge werden gerne gekauft, sofern der Stadtname aufgedruckt ist. Besonders beliebt ist nach wie vor der Kussmund.

Beliebte Bonn-Souvenirs: Taschen, Trinkbecher, Frühstücksbrett und Feuerzeuge werden gerne gekauft, sofern der Stadtname aufgedruckt ist. Besonders beliebt ist nach wie vor der Kussmund.

Bonn. Vom Aufkleber bis zur Tasche: Bonn-Souvenirs sind bei Touristen und auch Einheimischen beliebt. Stadtsymbole wie das Beethovenporträt oder das Alte Rathaus verkaufen sich ebenso gut.

Für die Klimakonferenz werden in Bonn bis zu 27.000 Besucher aus aller Welt erwartet. Der ein oder andere Teilnehmer wird neben den Gesprächen den Aufenthalt auch dazu nutzen, ein paar Souvenirs vom Rhein mitzunehmen. Aber nicht nur Touristen kaufen die Mitbringsel, auch bei den Bonnern selbst sind typische Bönnsche Produkte beliebt.

„Der Klassiker ist immer noch der Kussmund – egal in welcher Form, ob auf der Kaffeetasse oder dem T-Shirt“, sagt Wolfgang Orth, der gemeinsam mit seiner Frau Daniela den Bonn-Shop in der Bonngasse betreibt. „Allerdings der alte Kussmund“, ergänzt Orth. Der charakteristische Bonn-Schriftzug, in dem der Kussmund das „o“ ersetzt, findet sich auf Aufklebern, Schlüsselanhängern und Stofftaschen in dem schmalen Ladenlokal wieder. Ein Motivsticker kostet 1,80 Euro.

Aber auch andere Stadtsymbole zieren die Mitbringsel, wie das Beethovenporträt oder das Alte Rathaus. Amerikaner würden hier vor allem nach Kühlschrankmagneten oder einem „Bierstein“ fragen – und meinen damit Bierkrug oder Bierglas, wie Orth erklärt. Bei Austauschschülern seien die dreisprachigen Filme über die Stadt sehr beliebt. Bonner würden hingegen eher stadtteilbezogene Produkte kaufen. Orth deutet auf die Kaffeetassen, auf denen entweder „Dransdorf“, „Oberkassel“ oder „Kessenich“ steht. Manche Produkte sind nur mit dem rheinischen Humor zu verstehen, wie die Babystrampler, die auf der Vorderseite wahlweise „Bönnsche Jong“ oder „Bönnsche Mädsche“ und auf der unteren Rückseite „Bönnsche Tön“ aufgestickt haben.

Beethoventaler aus Schokolade

Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite können sich Besucher mit Andenken an den berühmtesten Bonner Komponisten eindecken. Der Museumsshop im Beethoven-Haus bietet CDs, Partituren, Schreibwaren mit Beethovenmotiv, Spieluhren sowie Büsten und Miniaturgeigen.

Einen Beethoventaler aus Schokolade gibt es hier für einen Euro. „Spieluhren werden sehr gerne von ausländischen Gästen genommen, besonders von Besuchern aus Fernost“, sagt ein Mitarbeiter. Und in der Buchhandlung Thalia am Marktplatz finden Touristen direkt links am Eingang einen Tisch mit Bonn-Produkten.

Hier liegen neben Bildbänden, Kalendern und Lesezeichen auch Frühstücksbretter und nostalgisch anmutende Kaffeetassen. „Klassiker sind tatsächlich die Kühlschrankmagnete“, sagt eine Mitarbeiterin. Auf einem steht beispielsweise „Bönnsch es e Jeföhl“. Auch hier zeichne sich der Trend ab. Bonner griffen hingegen eher zu Produkten mit Bönnschen Sprüchen, wie den Postkarten oder Kaffeetassen. Die meisten Artikel werden im Frühling oder Spätsommer verkauft, wenn es besonders viele Touristen in die Stadt zieht. Oder eben zu Weihnachten. „Wir haben die Ecke mit Eifel und Köln erweitert, weil es über Bonn nicht so arg viel gibt“, sagt die Verkäuferin.

T-Shirts mit dem Logo der Uni

Auch in der Bonn-Info können sich Touristen nicht nur mit Stadtplänen und Informationen, sondern mit Bonn-Souvenirs eindecken – vornehmlich Produkte mit dem neuen Kussmund-Motiv. Bei Studenten sind hingegen Kapuzenpullis und T-Shirts mit dem Logo der Uni Bonn als Andenken sehr beliebt. Die gibt es im Uni-Shop im FAZ-Café oder in der Buchhandlung Witsch & Behrendt. „Im Sommer kaufen viele Touristen die. Sehr viele Amerikaner, Koreaner, Japaner oder Franzosen. Auch Erasmus-Studenten nehmen die sehr gerne mit“, erklärt Raphaela Brügmann von Witsch & Behrendt. Die Kleidungsstücke sind optisch an die Pullover der amerikanischen Colleges angelehnt. Produziert werden die Textilien von der Kölner Firma Campus Sportswear. Mittlerweile wurde die Farbpalette angepasst und um Pastelltöne erweitert. Klassiker blieben dennoch die Farben Dunkelblau, Grau und Rot, so Brügmann.

Wer es individueller mag, wird in der Altstadt fündig. In der Breite Straße verkauft der Laden „Schn!“ die Mode des Bonner Modelabels Altstadt Apparel. Der Aufdruck „Paris, London, Tokyo, Bonn“ ziert mittlerweile nicht mehr nur T-Shirts, sondern auch Jutebeutel und Tassen. Nebenan hat Anfang August der Laden „Platzhirsch-Bonn“ eröffnet. Neben den klassischen Bonn-Souvenirs bietet Inhaber Thomas Gimbel selbst produzierte Pins mit Karnevals- oder Pützchens-Markt-Motiven sowie Postkarten und Bilder mit der Kirschblüte an. Begehrt seien hier vor allem die Stadtplan-Taschen, wie Mitarbeiterin Petra Behlem erklärt. Auch wenn die Kirschblüte die Touristen mittlerweile in die Altstadt lockt und langsam zu einem Symbol für Bonn avanciert, fragen viele auch hier immer noch nach dem Kussmund.