Wetterstatistik für Bonn

Der Juli war zu trocken und zu trüb

Trüber Juli: Da kann selbst eine Sonnenblume nichts ausrichten.

Trüber Juli: Da kann selbst eine Sonnenblume nichts ausrichten.

Bonn. Das Wetter in Bonn zeigte sich im Juli durchwachsen: Hitze- und Starkregentage wechselten sich ab, insgesamt war der Monat zu trocken und zu trüb. Die Höchsttemperatur lag bei 37 Grad.

Der Juli zeigte sich in Bonn mit einem ungewöhnlichem Wettermix: Hitzetage und Tropennächte, Unwetter mit großen Regenmengen wechselten sich ab. Dieses Fazit zieht der ehemalige Chefstatistiker der Stadt Bonn, Klaus Kosack. Dabei greift er auf Daten der Wetterstation Bonn- Endenich der Uni Bonn und seiner Wetterdatenbank zurück.

Temperatur: Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,4 Grad gehörte der Juli zu den 20 wärmsten Julis der letzten 121 Jahre (Platz 16.) Er war um 1,8 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Der wärmste Juli war bisher der Juli 2006 mit 23,9 Grad; den kühlsten Juli hatte Bonn 1907 mit 15,0 Grad. An 14 Tagen überschritt die Quecksilbersäule die 25-Grad-Marke, an vier Tagen gab es mehr als 30 Grad im Schatten. Außerdem wurde die erste Tropennacht des Jahres registriert. Mehr Sommertage wies zuletzt der Juli 2015 auf. Am 14. Juli hatte Bonn mit 11,0 Grad die niedrigste Monatstemperatur. Am 20. wurde der heißeste Tag des Monats und des Jahres 2016 mit 37,0 Grad in Bonn gemessen. Zugleich war dies der fünftwärmste Julitag der letzten 121 Jahre. Spitzenreiter ist immer noch der 24. Juli 1911 mit 38,5 Grad.

Sonne: Ohne ein stabiles Hoch über Bonn konnte sich die Sonne kaum durchsetzen: Mit 179 Stunden landete der Juli auf dem 31. Platz hinter den Jahren 2007 (181 Stunden) und vor 1989 (176 Stunden). Nur zwei Monate dieses Jahres (Januar und Mai) übertrafen bisher ihr Monatssoll. Gegenüber dem langjährigen Mittel schien die Sonne 2016 bisher insgesamt 73 Stunden kürzer. An zwei Tagen schien die Sonne länger als 13 Stunden, immerhin schien sie jeden Tag – mehr oder weniger lang.

Niederschlag: Der Juli 2016 war ein wenig zu trocken: An 14 Tagen fielen insgesamt 59 Liter pro Quadratmeter, das sind 15 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Der meiste Regen fiel am 23. mit 16 Liter pro Quadratmeter. Bemerkenswert ist die Verteilung der Juliniederschläge: Bis zum 22. kamen nur neun Liter pro Quadratmeter vom Himmel; die letzten acht Julitage bescherten den Bonnern 50 Liter pro Quadratmeter, das noch gewürzt mit drei Starkregentagen.

Wind: Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde oder mehr traten im Juli nicht auf. Die größte Bö wurde am 2. mit 35 km/h gemessen.

Vergleich mit 2015: Der Juli 2015 war um 0,5 Grad wärmer als der aktuelle Juli. Im Vorjahr war die Minimaltemperatur mit 8,9 Grad etwas niedriger, dafür lag der Höchstwert mit 38,0 Grad um 1,0 Grad höher. Die Zahl der Sommertage war um vier Tage höher, auch bei den heißen Tagen wurden fünf mehr gezählt. 2015 fielen mit 89 Liter pro Quadratmeter 30 Liter mehr Regen, die Sonne schien 42 Stunden länger.