Bauarbeiten bis Ende 2019

Der Hauptbahnhof Bonn wird saniert

BONN. Der Bonner Hauptbahnhof ist einer der 150 Bahnhöfe, die die Deutsche Bahn in Nordrhein-Westfalen saniert. Ende 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Er soll heller und freundlicher werden, und die denkmalgeschützte Gussstahlkonstruktion der Hallendächer von 1883/84 wird restauriert. Zudem werden neue Lampen und Lautsprecher angebracht. Die Kosten von rund 13 Millionen Euro tragen Bund, Nahverkehr Rheinland (NVR) und Deutsche Bahn.

„Wir werden natürlich einige Züge verlegen müssen, aber das Gros der Angebote bleibt bestehen“, sagte NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. Zunächst wird Gleis 1 gesperrt. Aushänge im Bahnhof informieren über die veränderten Abfahrts- und Ankunftsgleise. Im ersten Arbeitsschritt werden Bahnsteigabhängungen zurückgebaut, Kanalarbeiten durchgeführt und Oberleitungsmasten aufgestellt.

Das neue Hallendach solle mehr gläserne Elemente bekommen, berichtete Bauleiter Stephan Boleslawsky. Die Bahn kündigt an, dass die Bahnhofshalle während der Bauarbeiten barrierefrei zugänglich ist und die Geschäfte geöffnet bleiben. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein.

So soll der Bonner Hauptbahnhof nach einer Animation der Deutschen Bahn einmal aussehen.

So soll der Bonner Hauptbahnhof nach einer Animation der Deutschen Bahn einmal aussehen.

„Für viele Menschen ist der Bahnhof der erste Eindruck von Bonn“, sagte Bürgermeister Reinhard Limbach bei der Vorstellung des Projekts „1von150“ am Freitag. Er erwartet eine deutliche Verbesserung für die täglich rund 67.000 Fahrgäste. Eine konnte Bahnhofsmanager Kai Rossmann bereits verkünden: Die für rund 500.000 Euro sanierten Bahnhofstoiletten sind jetzt geöffnet. Ein Wachdienst soll die Anlage in den kommenden Monaten vor Vandalismus schützen. In der sanierten Bahnhofshalle sollen die Fahrgäste später auch die Möglichkeit haben, sich hinzusetzen und dabei ihr Handy aufzuladen.

Reinkober nutzte den Pressetermin für einen Appell zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region, auch mit Blick auf die wachsenden Pendlerzahlen. „Wir müssen schnellstmöglich versuchen, weitere Zugangebote zur Verfügung zu stellen. Wir brauchen mehr Streckenkapazitäten. Unsere Fahrgäste stehen wie die Sardinen in der Büchse, das ist kein Zustand“, sagte der NVR-Chef. Eine weitere S-Bahn-Strecke zwischen Köln und Bonn sei ein weiter Weg, „aber wir müssen es jetzt angehen“.

Der Landtagsabgeordnete Rolf Beu, bahnpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, sagte: „Es ist schon pikant, dass sich die Deutsche Bahn AG zur Grundsanierung ihrer Bahnhöfe nur noch dann bereit erklärt, wenn sie dafür Zuschüsse vom Land und den Zweckverbänden wie dem Nahverkehr Rheinland erhält.“ Die Deutsche Bahn müsse den Erhalt der Infrastruktur mit den Stationsentgelten sicherstellen, die sie für jeden Halt eines Zuges kassiere. Das Geld des NVR sollte lieber in zusätzliche Zugleistungen investiert werden, wie zum Beispiel auf der Linie S 23 zwischen Bonn und Euskirchen, findet Beu.