Frankenbad und Kitas geschlossen

Demonstration in Bonn legt Bus- und Bahnverkehr lahm

Streikende am Bonner Friedensplatz.

Streikende am Bonner Friedensplatz.

BONN/REGION. Am Dienstag haben Streiks erneut den Bus- und Bahnverkehr in Bonn und der Region lahmgelegt. Der Verkehr soll zwar am Mittwoch wieder fahren, die Streiks aber gingen weiter. Unter anderem waren zahlreiche Kitas und das Frankenbad geschlossen.

Die Gewerkschaften Verdi und Komba hatten erneut zum Streik aufgerufen: Nachdem den ganzen Dienstag über keine Busse und Bahnen der Stadtwerke Bonn (SWB) gefahren sind, kam es am Mittwoch zu weiteren Warnstreiks. Mehrere Kindergärten in der Stadt blieben deshalb geschlossen.

Kaum zu überhören ist am Mittwoch der Protestzug der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst gewesen, der zeitweise für Verkehrsprobleme in der Innenstadt sorgte. Ab dem Morgen rasselten und pfiffen die Teilnehmer der Demonstration, zu der die in der Stadtverwaltung stark organisierte Komba-Gewerkschaft aufgerufen hatte. Für Stimmung am Stiftsplatz sorgte die Kölner Musiktruppe Ara Macao. Zum Warnstreik folgten Arbeitnehmer aus ganz Deutschland. Der Bonner Streikleiter Rainer Friedrich schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 7000.

Unter ihnen waren auch Lidia Weber, Reihana Ahmadzai und Eva Laubert. Die Erzieherinnen im städtischen Kindergarten Monti-Haus gehen wie die anderen Demonstranten an diesem Tag für die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn für den kommenden, zwei Jahre laufenden Tarifvertrag ein, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt. „Unsere Arbeit hat sich mit den Jahren stark verändert“, begründete Laubert. Mittlerweile investierten die Erzieher fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit in die Entwicklungsdokumentationen, Elterngespräche und Öffentlichkeitsarbeit. Die Öffnungszeiten würden immer mehr ausgedehnt, um den Ansprüchen der Eltern entgegenzukommen. Ahmadzai, 28 Jahre alt und noch recht frisch im Beruf, bekam im Anerkennungsjahr rund 1500 Brutto monatlich nach drei schulischen Ausbildungsjahren ohne Gehalt. Es geht ihnen um Wertschätzung für die hohen Anforderungen an den Beruf.

Walter Engels war ebenfalls im Streik. „Mir geht es auch um die Sicherheit unserer Arbeitsplätze“, erklärte der Mitarbeiter des städtischen Abfallentsorgers Bonnorange. Markus Wissemann und Martin Thiemt schwenkten Fahnen ihrer Fachgewerkschaft VD-Straßen, die – wie die Komba – unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (dbb) organisiert ist. Die Straßenwärter verrichten ihre Arbeit in der Nähe von Wuppertal. „Es wird immer mehr Arbeit und weniger Personal“, sagte Wissemann. Die Übernahme von Auszubildenden und die Besetzung freier Stellen forderte nach dem Demonstrationszug über den Wilhelmsplatz vor das Alte Rathaus auch Andreas Hensing, Bundesvorsitzender der Komba. Er beschwor die Kampfeskraft der Angestellten vor der nächsten Verhandlungsrunde.

Der Streik sorgte durch die Anfahrt der Busse über die Kölnstraße zeitweise für Einschränkungen im Straßenverkehr. Die Stadtwerke meldeten Verspätungen bei den Straßenbahnen und mussten wegen parkender Busse mit Demonstranten die Linie 61 zeitweise unterbrechen und mit Ersatzbussen fahren. Wie die Stadt mitteilte, öffnete das Frankenbad am Mittwoch streikbedingt nicht, 13 städtische Kitas blieben geschlossen, zwölf weitere richteten Notgruppen ein. Auf die Bürgerdienste hatte der Warnstreik keine Auswirkungen, dort arbeiten viele Beamte, die nicht streiken dürfen.

Streik im Liveticker

Wie lief der Streik am Dienstag? Alle Infos zum Streiktag können Sie noch einmal in unseren Liveticker nachlesen: