Zuschauer feiern Spektakel

Das sind die Gewinner des Bonn-Triathlons

Großer Andrang herrschte beim 29. Bonner Triathlon am Sonntag

Bonn. Am Sonntag kamen viele Sportler in Bonn zum 29. Bonner Triathlon zusammen. 1362 Teilnehmer nahmen insgesamt an dem Event teil. Am Ende gewannen zwei Athleten, die zum ersten Mal in der ehemaligen Bundeshauptstadt angetreten waren.

Die 29. Ausgabe des Bonn-Triathlons lockte zahlreiche Sportler in die Bundesstadt. Insgesamt 1362 Teilnehmer gingen bei dem Event am Sonntag an den Start. Am Ende gewannen zwei Athleten, die zum ersten Mal in der Bundesstadt angetreten waren. Bei strahlendem Sonnenschein und mit mehreren Tausend Zuschauern am Streckenrand siegte bei den Frauen Leonie Konczalla vom „Kaifu Tri Team“ aus Hamburg. In der Herrenkonkurrenz setzte sich Ruben Zepuntke vom Triathlon Team Düsseldorf durch. Für beide Triathleten war der SWB Energie und Wasser Bonn-Triathlon, der erneut vom Polizei-Sportverein (PSV) Bonn veranstaltet wurde, eine Premiere – ihre Siege waren vor dem Start nicht unbedingt zu erwarten.

Eine weitere Neuerung: Dieses Jahr war der Bonner Triathlon der Auftakt des Nations Cup, ein erstmalig ins Leben gerufener Wettbewerb mit Wettkämpfen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Bei dem Format bestreiten die Teilnehmer neben dem Bonner Event auch den Verwer en Janssen Triathlon Oud Gastel am 22. Juni und den Hageland Power Triathlon Aarschot am 14. Juli. Am Ende steht eine Cupwertung.

Das Bonner Sportereignis startete – wie gewohnt auf spektakuläre Art und Weise – auf einer Fähre am Rhein unterhalb des Kameha Grand Hotels. Um 9.15 Uhr begaben sich die Topstarter der Männer ins kühle Nass, zehn Minuten später die Frauen. Insgesamt gab es sieben solcher Startwellen.

Über 3,8 Kilometer in Neoprenanzüge gehüllt und mit starker Strömung im Rücken ging es für die Teilnehmer den Rhein hinunter bis kurz vor die Kennedybrücke am Beueler Ufer. Der Düsseldorfer Ruben Zepuntke bewältigte die Schwimmstrecke bei den Männern am schnellsten und erreichte nach 24:24 Minuten das Ufer. Nur vier Sekunden später kam Martijn Dekker aus den Niederlanden aus dem Wasser, gefolgt von Luca Heerdt mit 22 Sekunden Rückstand.

Bei den Frauen war der Abstand der vorne liegenden Beatrice Weiss aus Österreich mit einer Minute Vorsprung zum Verfolgerduo Sonja Bettge und Sara Baumann schon um einiges größer. Leonie Konczalla lag nach dem Schwimmen sogar anderthalb Minuten zurück und belegte nur den siebten Platz.

Nach Entledigen des Neoprenanzugs und dem Anziehen von Fahrradhelm und Fahrradschuhen ging es anschließend auf die 60 Kilometer lange Radstrecke, der absoluten Paradedisziplin von Ruben Zepuntke. Der 26-Jährige war bis Anfang des vergangenen Jahres noch ausschließlich als Radprofi unterwegs und zeigte, dass er trotz zwei zusätzlicher Wettkampfdisziplinen auf seinem Rad nichts verlernt hatte. Von Anfang an ging Zepuntke in die Offensive und vergrößerte im hügeligen Siebengebirge den Vorsprung auf seine Konkurrenz Meter um Meter. Der Niederländer Dekker verlor den Anschluss an die Spitzengruppe, stattdessen kämpfte sich Sascha Hubbert auf den zweiten Platz vor, Luca Heerdt behauptete Position drei. Doch nach dem Radfahren betrug der Rückstand der beiden Verfolger schon deutlich über sechs Minuten.

Der Vorsprung der führenden Beatrice Weiss hingegen schmolz gegenüber ihrer Konkurrentin Leonie Konczalla weitestgehend dahin. Von ihrem Polster von 1:32 Minuten nach dem Schwimmen waren vor dem finalen Lauf nur noch 35 Sekunden übrig. Auf Position drei hatte sich mittlerweile die Vorjahressiegerin Verena Walter vorgeschoben. Mit einem Rückstand von 3:49 Minuten schien sie aber für einen erneuten Sieg nicht mehr in Frage zu kommen.

Cheforganisator zeigt sich zufrieden

Noch vor dem Zieleinlauf des Siegers war Cheforganisator Joachim Sommershof vom Wettkampf begeistert: „Ich bin super zufrieden mit dem bisherigen Tag. Die Zuschauer sehen Topleistungen aller Sportler, und wieder gibt es Ausnahmeathleten bei den Frauen und Männern, die um die vorderen Plätze kämpfen.“

Dieser Kampf spitzte sich bei den Männern auf der 15 Kilometer langen Laufstrecke, die in drei Fünf-Kilometer-Runden absolviert werden musste, weiter zu: Heerdt überholte bereits nach wenigen Metern den nur knapp vor ihm liegenden Hubbert und machte auch auf Zepuntke deutlich an Boden gut. Als der Vorsprung von Zepuntke vor der abschließenden Fünf-Kilometer-Runde immer noch 4:45 Minuten betrug, stand der Sieger des Bonn-Triathlon 2019 fest. Mit einer Endzeit von 2:45:45 Stunden erreichte der jubelnde Zepuntke schließlich das Ziel. Luca Heerdt verteidigte souverän seinen zweiten Platz, Julian Fritzenschaft verdrängte Sascha Hubbert auf den vierten Platz und komplettierte als Dritter das Podest.

Den Kampf um den Stadtmeistertitel trugen – wie schon so oft in den vergangenen Jahren – die Triathleten der Schwimm- und Sportfreunde (SSF) Bonn unter sich aus. Alex Schmitz hatte dabei die meisten Energiereserven und wurde Bonner Stadtmeister vor seinen Vereinskollegen Nelson Penedo und Johannes Backer.

Bei den Frauen schien Leonie Konczalla auf der Laufstrecke von Beginn an die Devise „volle Attacke“ zu verfolgen. Schon bald hatte sie Beatrice Weiss ein- und wenig später überholt und lief in hohem Tempo ihrem Sieg entgegen. Den machte sie nach 3:03:08 Stunden perfekt: „Es ist das erste Mal, dass ich in Bonn starte. Auch deswegen ist der Sieg für mich schon eine kleine Überraschung, ich freue mich total“, sagte Konczalla. Beatrice Weiss wurde Zweite und Verena Walter kam als Dritte ins Ziel.

Wie schon bei den Männern wurden auch die Frauen von den SSF Bonn ihrer Favoritinnenrolle um die Stadtmeisterschaft gerecht. Es siegte die starke Gesamtsiebte Anne Schafhausen vor ihrer Teamkollegin Lea Orthen. Auf den dritten Platz kam Elia Milz von Tri Power Rhein-Sieg.

Organisator Sommershof zog nach den Zieleinläufen ein durchweg positives Fazit: „Das war für die Athleten und die Zuschauer ein tolles Erlebnis. Ich muss ein Kompliment an die 330 Helfer aussprechen, ohne die dieses Event nicht möglich gewesen wäre. Nach der intensiven Organisation im Voraus ist man schon stolz, wenn der Wettkampf so reibungslos abläuft.“

Neben den fast 900 Einzelstartern gingen auch 165 Staffelteams an den Start, bei denen jeweils ein Athlet eine Teildisziplin zu bewältigen hatte. In der Herrenkonkurrenz siegte das Trio „endlich“, „Die flotten 96er“ gewannen bei den Frauen und Mixed-Staffel-Sieger wurde das Team „il Diavolo“, das mit einer Zielzeit von 2:52 Stunden die schnellste Staffelzeit hinlegte.