Masterplan

Das sagt der Stadtbaurat zum Bonner Rheinufer

Stadtbaurat Helmut Wiesner.

Stadtbaurat Helmut Wiesner.

Bonn. Die Gestaltung des Bonner Rheinufers ist Bestandteil des Masterplans Innere Stadt. Mit Stadtbaurat Helmut Wiesner sprachen Lisa Inhoffen und Philipp Königs.

Der Masterplan liegt seit sechs Jahren auf dem Tisch. Warum tut sich am Bonner Rheinufer nichts?

Helmut Wiesner: Im Masterplan ist das Rheinufer als Projekt aufgenommen. Die Maßnahmen sind im Einzelnen noch nicht beantragt und bewilligt, sondern im Förderzeitraum ab 2020 vorgesehen. Davon abgesehen soll jedoch insbesondere im Abschnitt des Brassertufers im nächsten Jahr eine bauliche Instandsetzung aller defekten Bauwerke, Wegebeläge und Pflanzflächen vorgenommen werden. Dies beinhaltet in diesem Zusammenhang auch Teile der planerischen Vorbereitungen für die konkreten Umsetzungsschritte auf Grundlage des Masterplans.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband sieht dringenden Handlungsbedarf. Sie auch?

Wiesner: Handlungsbedarf ist in der Verkehrssicherung gegeben, insbesondere bei defekten Wegebelägen, Mauern oder Pflanzungen. Sobald hier Unfallgefahren bestehen, ist die Stadt zum Handeln gezwungen. Aufgrund dessen werden in Teilen auch Absperrungen vorgenommen. Darüber hinaus ist die gestalterische, ästhetische Aufwertung des Rheinufers zwischen der Zweiten Fährgasse und der Beethovenhalle ein zentraler Punkt der nächsten Jahre. Hier liegt eine sehr große Chance, das Leben am Fluss bewusster und viel intensiver zu ermöglichen, für die Bürger aber auch Touristen in der Stadt, das heißt, aus der Innenstadt heraus und in die Innenstadt hinein attraktivere Verbindungen zu schaffen und das konkrete Rheinufer in zahlreichen Facetten zu überarbeiten.

Was kann die Stadt bis 2020 umsetzen, um das Ufer für das Beethoven-Jubiläum zu verschönern?

Wiesner: Bis 2020 werden die Überarbeitung des Stadtgartens und die barrierefreie Überleitung zum Rheinufer fertig sein. Darüber hinaus werden die Instandsetzungsarbeiten am Brassert-, am Fritz-Schröder- und am Erzbergerufer abgeschlossen sein. Am Fritz-Schröder-Ufer haben die Arbeiten bereits begonnen.

Wie wird die Stadt die Anbindung von Vater Rhein an die Innenstadt verbessern?

Wiesner: Die im Masterplan beschriebenen Projektbausteine aus der Innenstadt heraus werden schrittweise umgesetzt. Als erster Schritt zur besseren Anbindung der City an den Rhein folgt die Umsetzung im Bereich Stockentor/Alter Zoll. Ein weiteres, konkret in der Planung befindliches Projekt ist die Umgestaltung der Brüdergasse, in deren Rahmen auch die Situation der Unterführung Belderberg verbessert werden soll. Im mittelfristigen Zeithorizont des Masterplans sind unter der Überschrift „Gassen zum Rhein“ Umgestaltungsprojekte für die Überwege Rathausgasse und Rheingasse, die Umgestaltung der Rheingasse und der Konviktstraße benannt. Deren Konkretisierung setzt allerdings eine Klärung bezüglich der Entwicklung des Viktoriakarrees voraus.