Premiere in der "Halle Beuel"

Das neue Pantheon kommt gut an

Bonn-Beuel. Das Pantheon-Theater hat seine neue Spielstätte mit einem guten alten Bekannten eröffnet: Dave Davis, der 2009 noch im Keller am Bundeskanzlerplatz debütierte, weihte am Donnerstagabend die rund 170 Quadratmeter große Bühne nun mit seinem vierten Solo namens „Blacko Mio“ ein.

Das Gelände rund um die Halle Beuel macht nachmittags gegen fünf einen zugegebenermaßen recht nüchternen Eindruck. Einen Parkplatz zu finden, ist zumindest nicht schwer – jedenfalls noch nicht. In zwei Stunden allerdings wird das wohl ganz anders aussehen. Denn die bevorstehende, doppelte Premiere am Abend ist restlos ausverkauft.

Aber halt: Ganz so weit ist es noch nicht. An der Tür hängt ein kleiner weißer Briefkasten mit dem unwechselbar zackigen Pantheon-Logo – sozusagen als Platzhalter für das Schild, das irgendwo drinnen noch in seiner Verpackung liegen muss.

Martina Steimer, der künstlerischen Leiterin, die den inoffiziellen Rundgang vorab führt, ist die Erleichterung anzusehen: „Wir sind drin“, bringt sie es auf den Punkt. Ein Satz, der in den vergangenen Wochen – zwölf Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche – mal mehr, mal weniger wahrscheinlich klang. Während sie für das gesamte Team mittags gekocht und alle um einen Tisch versammelt hat.

Der Puls schlägt in den Büros, den Lagerräumen und Garderoben backstage. Aber das Herz selbst ist der große und bald auch durch Vorhänge teilbare Theatersaal, der am Nachmittag noch einem Meer aus Tischen und Stühlen gleicht: 300 vor der Bühne und zusätzliche 120 weiter hinten auf einer Empore. Licht und Ton sind komplett neu. Und links der Bühne, erzählt Steimer, werde demnächst eine Wein- und Cocktailbar eingerichtet, die vor der Vorstellung oder auch während der Pause geöffnet sein wird. Ein Hingucker, aber durchaus kein Luxus, wie die Schlange der Besucher vor der Theke im Foyer beweist.

Natürlich zieht es die meisten als Erstes in den Saal – die Neugier macht anerkennenden, gelegentlich auch suchenden Blicken Platz. Für Stammgäste durchaus eine Herausforderung – doch das leichte Fremdeln hier und da legt sich schnell und war im einen oder anderen Fall auch dem Wechselbad der Gefühle in den vergangenen Wochen und Monaten zuzuschreiben: irgendetwas zwischen Zuversicht und Unglauben, ob eine renommierte Bühne einfach so umziehen kann.

Sie kann. Obwohl Ingeborg Becker die Treppen und den Keller durchaus noch eine Weile vermissen wird. „Aber schön ist es geworden – alles liebevoll eingerichtet.“ Die Pantheoniken sind für sie mehr als drin – sie sind angekommen. Der Beueler Wilfried Dung zum Beispiel genießt gerade die neugewonnene Beinfreiheit. Dass ein Theater wie dieses in sein Veedel gehört – daran hatte er eigentlich nie ernsthaft Zweifel. „Ich bin froh, dass wir sie jetzt da haben.“

Während Gregor Pallast, der im Frühjahr noch beim Prix Pantheon im Keller auf der Bühne stand, den Blick über die nun voll besetzten Tische und Stühle schweifen lässt. „Das Warten hat sich gelohnt“ sagt er und nickt. „Ja, es ist größer. Ja, es ist anders als früher. Und es ist wirklich gut geworden. Mir gefällt's.“

Kurz nach acht – Dave Davis legt gerade richtig los und hat keine Mühe, die nun deutlich größere Bühne auszufüllen – löst sich das Premierenfieber langsam, aber sicher in Wohlgefallen auf. Auch bei den Pantheoniken hinter der Bar und bei Techniker Thomas Steineck: „Bin ich froh, dass heute Abend Veranstaltung ist und die Bastelei mal Pause hat.“ Und was sagt der Chef, Rainer Pause: „Alles wird neu, wie's immer war? Nein, es wird schöner. Viel schöner.“