Bonner Stadtrat beschließt

Das legendäre „Bundesbüdchen“ kehrt zurück

Bonn. Die Rückkehr des einstigen „Bundesbüdchen“ in das ehemalige Regierungsviertel und den heutigen UN-Campus ist in greifbare Nähe gerückt. Der Rat hat beschlossen, Pächter Jürgen Rausch eine baureife Fläche zur Verfügung zu stellen.

Die Kosten für die notwendige Leitungsverlegung will die Stadt übernehmen. Außerdem soll sie mit Rausch eine erbbaurechtliche Vereinbarung treffen, die die Besitzverhältnisse des Büdchens abschließend regelt. Rausch (61), der im Ratssaal auf der Zuschauertribüne die Abstimmung live mitverfolgte und seit Jahren für die Rückkehr gekämpft hat, sagte anschließend sichtlich überwältigt, „ich kann es noch gar nicht fassen“. Auch wenn der Beschluss unter dem Vorbehalt steht, dass vor einer Umsetzung des Büdchens die Verwaltung die Politik noch über die Höhe des städtischen Kostenanteils informieren muss, so ist er fest davon überzeugt, dass spätestens bis Jahresende der Kiosk saniert und restauriert und wieder in der Nähe seines einstigen Standortes aufgestellt sein wird.

Seit 2006, als der als „Bundesbüdchen“ bekannte Kiosk für den Bau des WCCB weichen musste, wartet es auf einem Bauhof in Hersel auf seine Rückkehr. Wo sich heute der Platz der Vereinten Nationen befindet, bedienten Rauschs Eltern und später der Sohn Politiker und Journalisten, sogar Konrad Adenauer kaufte dort regelmäßig ein, erzählt Rausch.

Standort ist festgelegt - private Investoren erwartet

2015 gründete sich ein Förderverein, um vor allem Spenden für die auf 270.000 Euro geschätzte Sanierung und den Rücktransport des Büdchens zu sammeln. Laut Rausch sollen 135.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden. Neben einer Förderzusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über 60.000 Euro habe auch die Sparkasse Köln-Bonn finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. „Jetzt, wo der Standort endlich feststeht, können wir davon ausgehen, das restliche Geld mit Hilfe von privaten Investoren zusammen zu bekommen“, sagte Rausch.

Nähere Auskünfte dazu könne er zum jetzigen Zeitpunkt indes noch nicht geben. Weil ein ursprünglich geplantes Kellergeschoss mit Ausstellungsräumen nicht zuletzt auch mit Blick auf die Kosten nicht verwirklicht werden kann, soll Rausch seinen bisherigen Ersatzstandort in Höhe des WCCB-Parkhauses, wo er einen Imbiss in einem Holzbau betreibt, weiter nutzen dürfen. „Ich werde es wohl als Lager nutzen“, meinte er. Was er genau im „Bundesbüdchen“ anbieten wird, stehe noch nicht abschließend fest. Auf jeden Fall solle es entsprechend der Fördervereins-Satzung auch einer gemeinnützigen Aufgabe dienen, sagte Rausch, ohne näher ins Detail zu gehen.