Musical von Studenten

Das bietet die Bonner Physikshow "Planetamos"

Während Vita (Mitte) mit Verkäuferin Luna verhandelt, erklärt Jupi dem Publikum, wie Leben auf der Erde möglich wurde.

Während Vita (Mitte) mit Verkäuferin Luna verhandelt, erklärt Jupi dem Publikum, wie Leben auf der Erde möglich wurde.

Bonn. Bonner Physikstudenten führen im Wolfgang-Paul-Hörsaal vor 550 Zuschauern ein Musical mit Experimenten auf. Das bietet die Bonner Physikshow.

Was kostet ein Planet? Und soll er mit vielen Wüsten ausgestattet sein? Oder eher mit viel Wasser? Physikstudenten der Bonner Universität hatten am Samstag den Wolfgang-Paul-Hörsaal in einen galaktischen Laden mit dem wohlklingenden Namen „Planetamos“ verwandelt, in dem es nicht nur Planeten zu kaufen gab, sondern auch mit viel Witz und Charme Experimente gezeigt wurden. Die rund 550 Zuschauer in der Aula kamen bei dem ersten Musical der angehenden Physiker voll und ganz auf ihre Kosten.

Im „Planetamos “ gab es viel zu bestaunen: Mars, Pluto, Erde und Jupiter hingen von der Decke herab, die Tafeln und Tische der Bühne waren mit schwarzem Stoff verkleidet, und viele wissenschaftliche Experimente zogen die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich. Ladenbesitzerin Luna Kallisto, gespielt von Jana Bürgers (30), und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Jupi alias David Ohse (23), kamen ordentlich ins Schwitzen, als das Leben „Vita“ und der Tod „Mortes“ an ihre Ladentür klopften. Das ungleiche Paar, gespielt von Laura Rodriguez Gomes (20) im Blumenkleid und Johann Ostmeyer (23) mit Kutte und Sense, wollten einen Planeten kaufen.

Bei den Bestandteilen waren sie sich aber nicht ganz einig. Vita wünschte sich Vielfalt und Leben, Mortes wollte eher eine Wüste aus Lava und Vulkanen. Verkäuferin Luna und ihr Mitarbeiter Jupi führten die Kunden durch das ganze Sortiment und erklärten anhand von Experimenten, welche Stoffe zusammenkommen müssen, damit ein Planet entsteht und auf der Oberfläche Leben möglich ist. Dafür machte Jupi zum Beispiel aus Zucker Zuckerwatte und erklärte, dass die Staubkörner im Weltall genauso zusammenklebten und sich so Planeten formten.

Eine Botschaft zum Klimawandel hatte er auch: In einem Versuch zum Treibhauseffekt zeigte der Wissenschaftler an zwei Gläsern, wie schnell sich CO2 erwärmen kann. Nachdem er beide Gläser – eines mit CO2 – minutenlang mit Licht angestrahlt hatte, war das CO2-Glas um zwei Grad wärmer als das andere Glas. „Wir wollen mit dem Musical zeigen, dass die Erde ein besonderer Planet ist und geschützt werden muss“, erklärte Jana Bürgers. Die Studentin, die auch ein Orchester leitet, hatte Musikstücke aus Film und Fernsehen für das Musical umgeschrieben. Die Story selbst komme von allen Beteiligten. „Wir haben das Stück ein Jahr lang geplant, da sind viele Ideen entstanden.“ Richtig geprobt hätten sie aber nur zwei Wochen.

Viele Studenten in der Physik-Show machten in der Freizeit Musik, da sei ein Musical schon seit Jahren immer ein „witziger Gedanke“ gewesen. Erst David Ohse (23) hätte das Projekt dann in die Hand genommen und alle mit gezogen. Offensichtlich mit Erfolg: Denn der originelle Wortwitz aus Filmzitaten und die Situationskomik sorgte für viele Lacher beim Publikum. Neben Songs wie „Probier's mal mit dem G-Stern“ gab es auch nachdenkliche Töne. Als das Liebespaar Vita und Mortes in einem Duett „Ich bin nichts ohne dich, du bist mein Begleiter“ sangen, wurde deutlich, wie eng Leben und Tod zusammen gehören. Im Wintersemester wollen die Studenten die Show noch einmal auf die Bühne bringen.