Freibäder in Bonn

Das Melbbad soll ganztags öffnen

Der Blick ins volle Melbbad: Das Poppelsdorfer Freibad soll sich jetzt mit dem Hardtbergbad die Öffnungszeiten im Sommer teilen.

18.06.2014 BONN. Die Lösung der Verwaltung, das Melbbad ab 14. Juli nur halbtags zu öffnen, überzeugt die Politik nicht. "Die Verwaltung hat sich zwar ein bisschen in die richtige Richtung bewegt, aber wir sind überzeugt, dass es noch besser geht", sagte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger.

Sein Eindruck sei, "dass der Oberbürgermeister einfach nicht will". Er könne ihm sechs Schwimmmeister in der Verwaltung benennen, die er einsetzen könnte.

Wie berichtet, wollte die Stadt wegen des Personalmangels das Melbbad und das Hardtbergbad im Wechsel öffnen. Nun habe man aber zwei Bewerber, die die Stadt kurzfristig einstellen könne, hieß es am Dienstagabend. Deshalb werde das Melbbad ab Mitte Juli nicht geschlossen, könne aber erst ab 13 Uhr geöffnet werden.

Auch Tom Schmidt, Geschäftsführer der Grünen, mochte "bei der Verwaltung keinen ernsthaften Willen an einer echten Lösung des Problems erkennen". Er frage sich, ob das Fachpersonal auch wirklich immer richtig eingesetzt würde. "Ein Schwimmmeister muss ja nicht an der Kasse oder zum Aufräumen des Schwimmbads eingesetzt werden", sagte Schmidt und setzte der Stadt ein Ultimatum: "Wenn sie bis Montag keine zufriedenstellende Lösung vorlegt, werden wir uns die Personalpläne vorlegen lassen und schauen, wer wie und wo eingesetzt wird."

Auch die SPD ist mit der Lösung nicht zufrieden. "Gerade während der Sommerferien müssen alle Bäder geöffnet sein - und nicht nur halbe Tage", sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dieter Schaper. Die Verwaltung solle "gefälligst daran arbeiten", dass der Wille von Bürgern und Politik umgesetzt werde.

Der Stadtsportbund Bonn (SSB) begrüßte zwar die Entscheidung, das Melbbad nicht ab 14. Juli zu schließen, ist aber "äußerst irritiert" über die Aussage von Sportamtsleiter Martin Herkt, die Badeunfälle im Hardtbergbad seien nicht ursächlich gewesen für dessen Schließung. SSB-Sprecher Michael Nickels: "Offenbar ist die Stadt in die Freibadsaison gegangen, wohl wissend, dass sie mit dem vorhandenen Personal nicht alle Freibäder in Betrieb nehmen konnte." (Cem Akalin)