Fest in der Fußgängerzone

Das 11. Friedrichstraßenfest in Bonn

Besonderes Flair: „Lust auf Friedrichstraße“ bekommen die Besucher des 11. Straßenfestes.

Besonderes Flair: „Lust auf Friedrichstraße“ bekommen die Besucher des 11. Straßenfestes.

Bonn. Die Flaniermeile von Bonns Innenstadt hatte sich am Samstag herausgeputzt. Das 11. Friedrichstraßenfest war angesagt. Vom Friedensplatz bis zum Belderberg hatte sich die Straße geschmückt.

Ein 300 Meter langer roter Teppich wies den Besuchern den Weg. Über ihren Köpfen stand auf Bannern, die zwischen den Häusern gespannt waren, zu lesen: „Lust auf Friedrichstraße“. Lust auf Friedrichstraße hatten nicht nur die Besucher. Nahezu alle Geschäfte präsentierten ihr Angebot mit Ständen auf der Straße. „Nur von einem großen Kettengeschäft bekommen wir jedes Jahr das gleiche Absageschreiben“, sagte Martin Schmid vom Fachgeschäft „Schmuck und Design“.

Er gehörte vor zehn Jahren zu den 40 Gründern der „Immobilien- und Standortgemeinschaft Friedrichstraße“, die zusammen mit der Stadt über die Neugestaltung von Bonns jüngster Fußgängerzone entschied, für attraktive Beleuchtung und Bepflanzung sorgte und seitdem mit ihren vielfältigen Festen und Aktionen sehr zur Lebendigkeit der Innenstadt beiträgt.

Das besondere Flair, das am Samstag das Bild bestimmte, hatte durchaus ‚Düsseldorfer Niveau‘: Champagner und Austern, weiß gedeckte Tische, internationale Gerichte sowie unterschiedlichste Livemusik an drei Ständen. Entsprechend begeistert waren auch die Besucher, denn viel Lob wurde verteilt. „Eines der schönsten Innenstadtfeste“, sagt Brigitte Faßbender, „so könnte es hier immer sein“.

Was früher als ‚Hinterhof der Bonner Innenstadt‘ bezeichnet wurde, hat sich zur Vorzeigefußgängerzone entwickelt. Das ganze Straßenfest ist ein Unikat und kein Imitat einer anderen Fußgängerzone oder gar aus einer anderen Stadt. „Es ist unser Prinzip, alles selbst zu organisieren, denn wir wollen authentisch sein“, sagt Martin Schmid. Gut, der eine oder andere Besucher hält die Friedrichstraße an ‚normalen Tagen‘ für ‚etwas leer‘. „Unsere Geschäfte sind Unikate. Bis auf zwei Kettengeschäfte sind alle inhabergeführt“, rechtfertigt Schmid das normale Straßenbild. Die Frage, ob an mehreren Sonntagen geöffnet werden solle, wird kontrovers diskutiert. „Dies nutzt nur den Kaufhäusern“, meint Schmid.

Wohingegen Petra Amtenbrink von der Wohnphilosophie sagt: „Ob wir an 6,5 oder 7 Tagen geöffnet haben, bleibt sich gleich.“ Marlies Mülhens, eine Besucherin, die vom Flair an diesem Tag begeistert ist, sieht keine Notwendigkeit: „Wer an sechs Tagen in der Woche seine Sachen nicht gekauft hat, der kauft sie auch an einem siebten Tag nicht“, meint sie.