Søstrene Grene eröffnet am Remigiusplatz

Das ändert sich bei Bonner Geschäften in der Innenstadt

Bonn. Das dänische Unternehmen Søstrene Grene hat am Donnerstag eine neue Filiale am Remigiusplatz eröffnet. Der Onlinehandel setzt dem Juweliergeschäft Hoffmann in der Sternstraße zu. Was tut sich sonst noch in der Bonner Innenstadt?

Das dänische Unternehmen Søstrene Grene hat am Donnerstag im ehemalige Bonner Kaffeehaus am Remigiusplatz eine neue Filiale eröffnet. Sylvia Schmitz-Bissing von dem Traditionsgeschäft Samen Schmitz, das seit Jahrzehnten am Remigiusplatz beheimatet ist, freut sich, dass im ehemaligen Bonner Kaffeehaus wieder Leben einzieht. „Das ist doch ein ausgezeichneter Standort für ein Geschäft“, meint sie.

Das Unternehmen wird von zwei Schwestern geführt und bietet alles rund um Schul- und Bürobedarf sowie modische Wohnaccessoires und Bastelmaterial an.

Juwelier Hoffmann schließt nach 111 Jahren

Derweil geht eine Tradition in Bonn zu Ende: Oliver Hoffmann wird voraussichtlich Ende des Jahres sein Juweliergeschäft in der Sternstraße schließen.

Damit ziehen er und seine Frau Doris einen Schlussstrich unter die 111-jährige Geschichte des Juwelierladens, der 1906 in der Acherstraße gegründet wurde und seit 1919 in der Sternstraße ansässig ist.

Oliver Hoffmann und seine Frau geben ihr Juweliergeschäft auf.

Oliver Hoffmann und seine Frau geben ihr Juweliergeschäft auf.

Aber auch an anderen Stellen in der Innenstadt gibt es Veränderungen. So ist das Ladenlokal am Hof 26, in dem sich früher das beliebte Café Gold-Braun befand, wieder an einen Gastronomen vermietet.

Arbeiten am Cafe Goldbraun.

Arbeiten am Cafe Goldbraun.

„Wir tragen mit der Schließung vor allem der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung“, erklärt Oliver Hoffmann. Der Onlinehandel, aber auch Veränderungen im Alltag der Menschen, wie längere Wege zu den Arbeitsplätzen oder der Besuch von Ganztagsschulen – hätten zu einem Rückgang der Kundenfrequenz in der Innenstadt geführt. Geschäfte wie seines mit einem Warenangebot der mittleren Preislage bekämen diese Entwicklung besonders zu spüren. Ein weiteres Problem: „Die Kunden lassen sich von uns beraten, kaufen dann aber im Internet“, so Hoffmann.

1978 hatten Hoffmanns Eltern das Geschäft von der Juweliersfamilie Schmidt übernommen. Oliver und Doris Hoffmann führen es seit 1998. „Der Schritt ist mir nach so vielen Jahren nicht leicht gefallen“, sagt der Goldschmied und Diplom-Betriebswirt. Letztlich Auslöser für Schließung sei die anstehende Verlängerung des Mietvertrags für das Geschäftshaus um weitere zehn Jahre gewesen.

Veränderungen in der Bonner Innenstadt

„Ich bin jetzt 52 Jahre alt und wollte mich angesichts der wirtschaftlichen Risiken nicht mehr so lange binden“, erklärt Hoffmann, der sich lange im Verein City-Marketing engagiert hat und bis vor Kurzem Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK war. „Von dem Amt bin ich natürlich jetzt zurückgetreten.“

Das bekannte Glockenspiel am Haus in der Sternstraße wird auch weiterhin zu hören sein und wie immer um 12, 15 sowie um 18 Uhr bekannte Weisen spielen. „Das Glockenspiel gehört selbstverständlich zum Haus“, sagt Hoffmann. Was er künftig beruflich machen will, lässt der zweifache Vater, der mit seiner Familie in Friesdorf lebt, noch offen.

Neuigkeiten hat auch der Einzelhandelsverband (EHV) zu melden. Er hat das Gebäude am Hof 26 und 26a, in dem sich die Geschäftsstelle des EHV befindet, inzwischen gekauft. Im Erdgeschoss werde in einem Teil voraussichtlich Anfang Dezember ein Burger-Restaurant eröffnen, daneben will im Februar die österreichische Kette „Voodies“ ein Restaurant für Vegetarier betreiben, sagte EHV-Hauptgeschäftsführer Adalbert von der Osten auf Nachfrage. Im ersten Stock wird die City-Parkraum bereits in wenigen Wochen ein Kundenzentrum eröffnen. Zudem sollen dort die Leitzentralen aus den Garagen unter einem Dach vereint werden und die Bewachung der Garagen via Bildschirme rund um die Uhr sicherstellen.

Blumen Volberg aus Küdinghoven betreibt einen Stand am Remigiusplatz. Das seit einiger Zeit geschlossene Maredo-Lokal an der Gerhard-von-Are-Straße hat der Betreiber des benachbarten Restaurants „Tuscolo“ übernommen. Wann und mit welchem gastronomischen Konzept die neuen Räume öffnen werden, stehe noch nicht genau fest, sagte Restaurantleiterin Elke Rheidt auf GA-Nachfrage.