Kommentar zur Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen

Da müssen Ideen her

Wer ein Semesterticket hat, kann das Rad bislang auch tagsüber kostenlos mitnehmen. Das soll sich ab Sommer ändern.

Wer ein Semesterticket hat, kann das Rad bislang auch tagsüber kostenlos mitnehmen. Das soll sich ab Sommer ändern.

Bonn. Weil Busse und Bahnen oft überfüllt sind, beschränkt der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ab dem Sommer die Fahrradmitnahme für Schüler und Studenten. Werktags ist der Radtransport für alle, die ein Schüler- oder Semesterticket haben, dann erst ab 19 Uhr kostenlos.

Natürlich hat der VRS recht: Aufgabe der Verkehrsbetriebe ist es, Menschen zu transportieren, und wenn es zu voll in Bussen und Bahnen ist, dürfen Fahrgäste mit Fahrrädern eben nicht einsteigen. Das ist heute bereits so. Dass sich so mancher Fahrradfahrer nicht daran hält und dennoch versucht, sich und sein Gefährt reinzuquetschen, ist ärgerlich. Der Verkehrsverbund macht es sich aber zu einfach, Schüler und Studenten die bislang kostenfreie Mitnahme von Fahrrädern in Zukunft extra zahlen zu lassen. Da müssen neue Ideen her, damit es in Zukunft eben nicht zu Konflikten mit anderen Fahrgästen kommt. Teilweise haben Busse ja schon eine Vorrichtung eigens für die Fahrradmitnahme. Die gibt es bislang aber nur auf der Strecke zu den Instituten auf dem Venusberg. Das ließe sich sicherlich auch flächendeckender anbieten.

Und wo wir gerade beim Thema Service und Ausstattung sind: Nach wie vor ist nicht nachzuvollziehen, dass es in der Stadtbahnlinie 66, die immerhin die Hauptverbindung zwischen dem ICE-Bahnhof in Siegburg und Bonn ist, keinen Platz für Koffer und Reisetaschen gibt. Pendler wissen um dieses Ärgernis: Wenn ein ICE in Siegburg seine Fahrgäste ausspuckt, füllt sich die 66, und den Reisenden bleibt kaum etwas anderes übrig, als ihre Koffer, Trolleys und Rucksäcke zwischen den Sitzen zu verstauen.

In diese Bahnlinie gehört ein ordentlicher Platz, in dem Gepäck untergebracht werden kann. Denn zum Transport von Menschen gehört auch, dass diese wenigstens ihre Reisetaschen mittransportieren können – ohne dafür extra bezahlen zu müssen. Andere Städte sind da schon ein Stück weiter und machen vor, wie es geht.