Kommentar zum Hallenkonzept

Dünnes Papier

Reformationsgala im Telekom-Dome

Reformationsgala im Telekom-Dome

Bonn. Das Hallenkonzept, das ein Fachbüro im Auftrag der Bonner Stadtverwaltung erstellt hat, stößt fraktionsübergreifend auf Kritik - auch bei GA-Redakteur Andreas Baumann.

Eine passable Bestandsaufnahme, aber keine strategische Handreichung – diese Einschätzung des SPD-Politikers Dieter Schaper trifft das sogenannte Veranstaltungsstättenkonzept der Stadt ziemlich gut. Zwar geben die beauftragten Gutachter einige konkrete Empfehlungen – die Godesberger Stadthalle zu erhalten und von der städtischen Gesellschaft BonnCC betreiben zu lassen zum Beispiel. Von einem Konzept ist das 50.000 Euro teure Papier allerdings weit entfernt – zumal es seltsamerweise den Telekom Dome nicht als den Ort für nichtsportliche Großveranstaltungen berücksichtigt, der er längst geworden ist.

Der Großteil der 55 untersuchten Veranstaltungsorte gehört privaten Eigentümern und Unternehmen. Dort halten sich die Einflussmöglichkeiten der Kommune in Grenzen. Deshalb ist maßgeblich, was die Stadt mit den eigenen Hallen machen will. Bei der Beethovenhalle ist die Entscheidung zum Umfang der Sanierung längst gefallen, also geht es im Kern vor allem um das Brückenforum in Beuel und die Godesberger Stadthalle, die als Baudenkmal zwingend saniert werden muss. Wie viel Geld die Stadt dort investiert – möglicherweise auch in Umbauten und Modernisierung – hängt aber nicht zuletzt von den Zielgruppen ab, die sie in beide Hallen locken will.

Diese Frage ist jedoch nicht einmal für die Beethovenhalle geklärt, die mit jährlich rund 50 Konzerten des Beethoven Orchesters alles andere als ausgelastet sein wird. Viele Karnevalsvereine, die sie früher nutzten, haben schon signalisiert, dass sie wohl auf Dauer im Maritim-Hotel bleiben werden. Die CDU-Politikerin Christiane Overmans ließ dazu am Dienstag im Ratssaal verräterische Sätze fallen. Vor der Sanierung der Beethovenhalle einen Businessplan zu erstellen, so meinte sie sinngemäß, wäre doch zwecklos und „spekulativ“ gewesen. Genau da liegt das Problem: Zu entscheiden, ohne zu wissen, wie es nach der Sanierung weitergeht, die Bonn am Ende rund 100 Millionen Euro kosten wird.