Vorbereitungen für Weihnachtsmarkt

"City-Skyliner" in Bonn ist über 80 Meter hoch

Bonn. Die Aufbauarbeiten des "City-Skyliner" in der Bonner Innenstadt sollen am Freitag beendet sein. Der Skyliner ist dann über 80 Meter hoch. Die Anlieferung der einzelnen Teile war nicht unkompliziert.

„Eigentlich habe ich ja Höhenangst“, sagt Harald Borchert, der zuständige Bonner Abteilungsleiter für Markt- und Gewerbeangelegenheiten. Doch in dem „City-Skyliner“, der seit Donnerstag auf dem Remigiusplatz aufgebaut wird, hat er die Fahrt nach oben und den Blick aus 72 Metern Höhe genießen können. „Man darf halt nicht zu nah an die Fensterfront treten“, lacht er und versichert, dass ihm der Turm mit Überwindung seiner anfänglichen Akrophobie eine grandiose Aussicht geboten habe. So soll es auch für alle Fahrgäste sein, wenn der mit insgesamt 81 Metern höchste mobile Aussichtsturm Europas zum 50. Jubiläum des Bonner Weihnachtsmarkts seine Gondel für die Besucher in luftige Höhen befördert. Vier Wochen lang wird man ab Eröffnung des Weihnachtsmarkts (23. November) die Möglichkeit haben, nicht nur den weihnachtlichen Budenzauber, sondern - bei klarer Sicht - auch ganz Bonn und weit darüber hinaus in den Blick zu nehmen.

Es war nicht ganz unkompliziert, einen Aufstellort für den 290 Tonnen schweren Turm zu finden, der eine Grundfläche von rund 24 Metern im Quadrat benötigt. Der Marktplatz schied wegen der darunter liegenden Tiefgarage aus statischen Gründen aus. Um auf dem Remigiusplatz aufbauen zu können, musste in der früheren unterirdischen Toilettenanlage eine Mauer eingezogen werden, auf der nun einer der sechs Ausleger des Skyliners ruht, der mit maximal 80 Tonnen belastet werden könnte. Unwahrscheinlich, dass solche Lasten auf einen einzelnen Punkt der Stahlkonstruktion einwirken. „Das würde auch dem stärksten Sturm standhalten“, so Thomas Schneider, der zusammen mit seinem Vater den Skyliner betreibt. Die beiden Schneiders kommen aus einer Schaustellerfamilie mit Tradition.

Eine Plattform für Jedermann

Bereits in der sechsten Generation ist Thomas Schneider mit dem Fahrgeschäft unterwegs. „Höher, schneller, weiter“, nennt Schneider die Devise in seinem Geschäft, die zu immer neuen Anschaffung führte. Jahrzehnte lang war die Soester Familie mit Looping-Karussells oder großem Riesenrad unterwegs. Nun sollte es noch einmal höher werden: Den demografischen Wandel im Blick, entschieden sich Schneiders 2013 zum Verkauf ihres Riesenrads und gaben den Skyliner für Baukosten von 3,8 Millionen im holländischen Heerenveen in Auftrag. „Wir wollten damit einen ‚Nervenkitzel für Ü50‘ bieten - eine Aussichtsplattform für jedermann“, so Schneider, der den knapp drei Tage dauernden Aufbau des Turms koordiniert und seine sieben Mitarbeiter anleitet und selber mit anpackt.

„Es macht Sinn, dass hier nur ein Kopf mit der Logistik im Einsatz ist“, sagt Schneider, der die 16 Schwerlasttransporter mit den Segmenten des Skyliners Just-in-time, so wie sie gebraucht werden, von Pützchen über eine Zwischenstation auf dem Münsterplatz bis zum Aufbauort auf dem Remigiusplatz abruft. Für Bonn musste er zusätzlich noch zehn Stahlträger anfertigen lassen, die einen Wärmekanal unter dem Remigiusplatz überbrücken und damit Standflächen für zwei Stützen bieten. Insgesamt ein erheblicher Aufwand, der sich jedoch über die lange Standzeit von vier Wochen zu rentieren scheint. Schneider spricht sichtlich zufrieden von einem „erfolgreichen Nachfolger“ seines Riesenrads, der mit 60 Personen pro Fahrt zwar 160 Fahrgäste weniger als ein Riesenrad befördern kann, dafür jedoch das damals 42 Meter hohe Riesenrad um knapp 30 Meter übertrifft.

Günter Dick von den Bürgerdiensten der Stadt Bonn bittet die Anwohner, Gewerbetreibende und Passanten um Verständnis für die Behinderungen und den Lärm, die der Aufbau des Turms mit sich bringt. Doch er ist davon überzeugt, „dass der ‚City Skyliner‘ ein attraktives Angebot im Rahmen unseres Jubiläums-Weihnachtsmarktes in Bonn sein wird."