Vertragsverlängerung für Kornelia Hülter

Chefin von Bonnorange soll im Amt bleiben

Kornelia Hülter ist seit Juli 2015 Chefin von Bonnorange.

Kornelia Hülter ist seit Juli 2015 Chefin von Bonnorange.

BONN. Bonns Beigeordneter Helmut Wiesner verhandelt mit Kornelia Hülter über einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag als Bonnorange-Chefin. Der Verwaltungsrat des Abfallbetriebs hat ihm einen entsprechenden Auftrag erteilt.

Kornelia Hülter soll als Chefin von Bonnorange weitermachen. Der Verwaltungsrat des städtischen Abfallbetriebs hat nach Informationen des General-Anzeigers in seiner jüngsten, nicht öffentlichen Sitzung den Beigeordneten Helmut Wiesner, der dem Verwaltungsrat von Bonnorange vorsitzt, einen entsprechenden Auftrag erteilt. Hülters Vertrag läuft Ende Juni kommenden Jahres aus, die Stadt soll ihn um weitere fünf Jahre verlängern.

Nach vertraulichen Unterlagen, die dem GA vorliegen, soll Hülter eine jährliche Grundvergütung von 165 000 Euro erhalten (bisher 150 000 Euro). Hinzu käme eine Erfolgsprämie von 20 Prozent, insofern die Vorständin festgelegte Zielvereinbarungen erreicht. In den Eckpunkten für die Vertragsverhandlungen stand allerdings ein diskussionswürdiger Passus. Hülter sollte die Prämie auch dann erhalten, wenn sie bis zu 60 Tage im Jahr nicht an ihrem Arbeitsplatz ist. Nach Informationen des GA ist dieser Punkt nun nicht mehr Bestandteil der weiteren Vertragsverhandlungen.

Als Vorstand ist Hülter in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und hat Anspruch auf eine Alters-, Erbwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung in einer Zusatzkasse. Anspruch auf üppige beamtenähnliche Pensionen wie sie in früheren Jahren beispielsweise den Geschäftsführern der Stadtwerke gezahlt wurden, haben die Führungskräfte der städtischen Gesellschaften nach einem Ratsbeschluss nicht mehr.

Hülter hat Befürworter, aber auch Kritiker in den Reihen der Stadt

Die 61-jährige Ingenieurin ist nicht unumstritten. Sie leitet die als Anstalt öffentlichen Rechts geführte Bonnorange seit Juli 2015. Zu den laufenden Vertragsverhandlungen wollte sie keine Stellungnahme abgeben. Als wichtigen Meilenstein ihrer bereits geleisteten Arbeit bezeichnete sie die Anmietung eines zusätzlichen Standortes in Beuel. So könne das Unternehmen gewährleisten, dass trotz der diversen Brückensanierungen der Winterdienst rechtsrheinisch ohne unnötige Umwege stattfinden könne.

Die Geschäftsfelder der Stadtreinigung und Abfallwirtschaft seien in ihrer Zeit „kritisch analysiert und optimiert“ worden. In der Folge einer Qualitätsmessung habe sie die Tourenplanung optimiert und umorganisiert: „Dadurch war es zum Beispiel möglich, an neuralgisch wichtigen Standorten wie zum Beispiel die Innenstädte mehr Reinigungsleistungen bei gleichen Gebühren durchzuführen“, erklärte Bonnorange-Sprecherin Jasmin Mangold. Auch die Möglichkeiten, Mängel zu melden, seien verbessert worden.

Hülter hat Befürworter, aber auch Kritiker in den Reihen der Stadt. Der Kaufvertrag des Markthallen-Geländes an der Röhfeldstraße wurde rückabgewickelt, weil die Politik dort keine Priorität für die Ansiedlung eines Wertstoffhofes sah, der nun nach Pützchen an die Siegburger Straße kommen soll. Unmut ist hinter vorgehaltener Hand auch aus den Reihen der Mitarbeiter zu vernehmen. Die Neuaufteilung in teils größere Bezirke sei kaum noch zu schaffen, heißt es von dieser Seite.

Was die Höhe der Müllgebühren betrifft, war eine Anfang dieses Monats veröffentlichte Studie zu einem erfreulichen Ergebnis gekommen: Die Stadt Bonn rutschte von Platz 27 im Jahr 2016 auf Rang acht unter den günstigsten hundert größten deutschen Städten.