Für 1,2 Millionen Euro

Caritas modernisiert Obdachlosenheim in Bonn

Spatenstich für das neue Obdachlosenheim der Caritas.

Spatenstich für das neue Obdachlosenheim der Caritas.

Bonn. Die Caritas modernisiert das Prälat-Schleich-Haus in Bonn für 1,2 Millionen Euro. Das neue Heim soll auch ein Aufbruch für neue Konzepte sein.

Großbaustellen sind in Bonn derzeit keine Seltenheit. „Doch dieser Spatenstich ist etwas ganz Besonderes für die Stadt und für die Menschen, die hier leben. Es ist ein Spatenstich in unseren Köpfen und für neue Konzepte. Hier wird etwas geschaffen, um denjenigen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind, Perspektiven zu geben“, hob Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider gestern zum Auftakt der Modernisierungsarbeiten am Prälat-Schleich-Haus an der Thomastraße hervor.

Seit 1907 wird das alte Backsteingebäude für die Sozialarbeit genutzt. Bevor die Caritas das um 1900 errichtete Haus 1964 übernommen hat, wurden dort Kinder und Jugendliche betreut. In dem Wohnheim in unmittelbarer Nähe zum Alten Friedhof richtete die Caritas in den 1960er Jahren ein Wohnheim mit Schlafsälen für 200 obdachlose Männer ein. Heute gibt es 84 stationäre Wohn- und Betreuungsplätze sowie 16 Notübernachtungsplätze. Mehr als 100 Personen kommen täglich in die Citystation.

Durch die jetzigen Umbaumaßnahmen soll das Haus besser genutzt werden können. Um das Gebäude barrierefrei zu erreichen, wird ein Aufzug an der Außenseite angebracht und der Eingangsbereich übersichtlicher und sicherer gestaltet. Die leer stehende Kapelle soll zu einem Begegnungs- und Versammlungsraum ausgebaut, die ambulanten Angebote wie Notübernachtung und Fachberatung in einem Trakt zusammengefasst werden. Zudem soll die Einrichtung durchgängig mit Einzelzimmern ausgestattet werden. Rund 1,2 Millionen Euro kosten Um- und Anbau. Das Deutsche Hilfswerk, Meister-Gerhard-Fonds sowie die Aktion Mensch steuern rund die Hälfte davon als Fördermittel bei.

Wie wichtig die Arbeit der Caritas-Wohnungslosenhilfe ist, das belegen ein paar Zahlen: Wurden 2007 noch 915 Menschen betreut, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1425. „Wir wollen durch unsere Arbeit Teilhabe ermöglichen“, ergänzte Schneider. Parallel dazu habe man die ambulanten Betreuungsangebote weiterentwickelt, die Hilfen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit ausgebaut sowie eine fach- und trägerübergreifende Vernetzung gestärkt.

Bevor die Bauarbeiter mit dem Ausheben der Baugrube beginnen, segnete Stadtdechant Wilfried Schumacher gestern das Projekt. „Wir bitten um Gottes Segen für alle, die hier arbeiten, damit die Arbeiten ohne Zwischenfälle beendet werden“, sagte er. Die Bauarbeiten sollen Ende 2019 abgeschlossen sein. ⋌