Stadtrat entscheidet über Festpielhaus

CDU und SPD sind sich einig

Das Studentenwohnheim am Rheinufer (links im Bild) müsste für das Festspielhaus fallen.

BONN. Wenn am Montagabend der Stadtrat zur konstituierenden Sitzung zusammenkommt, steht auch gleich eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung an: Nach derzeitigem Stand wird der Rat mit Mehrheit beschließen, ein Grundstück auf dem Gelände der Beethovenhalle für das geplante Festspielhaus baureif bereitzustellen. Die Kosten hierfür sollen 8,47 Millionen betragen.

Die Stadt will ihren Kostenanteil auf 4,4 Millionen Euro begrenzen. Die restlichen rund vier Millionen Euro sollen als Fördermittel kommen. Die beiden Bonner Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, Claudia Lücking-Michel und Ulrich Kelber, begrüßten am Wochenende diesen Schritt. Grünen-MdB Katja Dörner dagegen lehnt das Projekt wie ihre Ratsfraktion rundweg ab.

"Nach vielen Jahren der Diskussion, der Vorbereitung und des Ringens um ein Beethoven-Festspielhaus wird es nun sehr konkret", sagte Lücking-Michel. Mit der städtischen Vorlage werde ein klarer Weg zur Übertragung des Grundstücks aufgezeichnet.

"Ich bin sehr dankbar für das große Engagement der Post, des Bundes und vieler Bürger in unserer Stadt. Die Risiken für die Stadt sind jetzt klar definiert. Ein zweites WCCB-Desaster will niemand. Mein Votum an den neuen Stadtrat: Bitte zustimmen", sagte sie. Die Chancen seien noch nie größer gewesen, in Bonn 2020 für das große Beethovenjubiläum ein eigenes Festspielhaus zu haben.

"Fußgängerzone, Rheinaue, Posttower und Bonner Bogen: Die Highlights unserer Stadt, auf die heute niemand mehr verzichten will, waren damals nicht unumstritten. Zum Glück wurde am Ende entschieden und nicht vertagt", kommentierte Kelber die Beschlussvorlage.

Dörner dagegen findet allein schon die für die Bereitstellung des Grundstücks veranschlagte Summe angesichts der Haushaltssituation der Stadt nicht akzeptabel. Es bleibe völlig unklar, wie insbesondere der Betrieb des Festspielhauses finanziert werden soll, kritisierte sie.

"Weiterhin am Festspielhaus festzuhalten, ist daher nicht zu verantworten. Die Vorlage ist zudem Augenwischerei, weil der Rat sich zwar erneut pro Festspielhaus positionieren soll, die Übertragung des Grundstücks aber unter weitgehende Vorbehalte gestellt wird", meinte sie.

Die Ratssitzung beginnt am Montag um 19 Uhr im Stadthaus, Berliner Platz 2. Zuvor sind ab 17.30 Uhr alle Bürger zum ökumenischen Gottesdienst mit den Ratsmitgliedern, OB Jürgen Nimptsch sowie Stadtdechant Wilfried Schumacher und Superintendent Eckart Wüster im Bonner Münster eingeladen.