Containeranlage in Buschdorf

Buschdorfer besichtigen neue Flüchtlingsunterkunft

Tag der offenen Tür Containeranlage Flüchtlingsunterkunft Buschdorf: Eines der Zimmer in der Buschdorfer Flüchtlingsunterkunft.

Tag der offenen Tür Containeranlage Flüchtlingsunterkunft Buschdorf: Eines der Zimmer in der Buschdorfer Flüchtlingsunterkunft.

Buschdorf. Das halbe Dorf, so schien es, war auf den Beinen, um die fertiggestellte Containeranlage für Flüchtlinge in Buschdorf zu besichtigen. Im November sollen dort bis zu 166 Menschen einziehen.

Mehrere Hundert Buschdorfer nutzten jetzt die Gelegenheit, die ihnen die Stadt bot, um sich einen Eindruck von der fertiggestellte Containeranlage für Flüchtlinge in Buschdorf zu verschaffen. Und so herrschte ein reges Gedränge in den Räumen, in die im November bis zu 166 Menschen einziehen sollen.

Viele Menschen auf engem Raum: „Wenn man das mit unseren Augen anschaut, ist das nicht ganz einfach“, meinte Wolfgang Weyer. „Aber für die Probleme, die man lösen muss, ist das ganz gut.“ Auch für Christoph Arnold, bekannt als Bonner Prinzenführer, machen die Wohnverhältnisse einen eher spartanischen Eindruck. „Die Vorstellung, länger darin wohnen zu müssen, ist etwas, das schon an den Menschen kratzen dürfte“, meinte er. „Wenigstens ist es ein trockenes und warmes Dach über dem Kopf, aber mehr ist es nicht.“

Auf Sabine Starcke machte der Cointainerbau dagegen einen „einladenden Eindruck“. Sie gehört zu einer Gruppe Buschdorfer, die sich für die Flüchtlinge engagieren will, ebenso wie Elke Schomerus und Barbara Huy. Das sei eine würdige Einrichtung, fand Schomerus, besonders im Vergleich zum Bürohaus in der Friedrich-Wöhler-Straße, in dem auch Flüchtlinge untergebracht sind. Dort gebe es einen schmalen Flur und nur eingebaute Teeküchen, anders als in Buschdorf.

„Hier ist es nobel“, meinte Huy mit Blick auf die Einrichtung in den Gemeinschaftsküchen, die ganz schmuck daherkommt. Sie war generell positiv eingestellt. „Das wird schon klappen.“ Auch mit der Integration vor Ort.

„Es wird wichtig für die Flüchtlinge sein, was wir in Buschdorf für sie anbieten“, war Heinz Klaus Kraus überzeugt. Der Ortsfestausschussvorsitzende war nicht überrascht über das große Interesse. „Nach dem Vorgeplänkel bei der Bürgerversammlung war davon auszugehen, dass viele kommen.“ Auch wenn nicht alle positiv eingestellt seien. „Hier kommen zu zwei Dritteln junge Männer und nur zu einem Drittel Familien, das ist das Problem für viele.“

Auch die Buschdorfer Freiwillige Feuerwehr machte sich ein Bild von dem Objekt. „Falls ein Schadensereignis eintreten sollte, wollen wir wissen: Wo sind welche Räume, wo können Leute herauskommen?“, sagte Löscheinheitsführer Dirk Ossenkamp. Mitarbeiter der Stadt beantworteten Fragen, so gut sie konnten. Etwa die nach Kühlschränken, denn in den Gemeinschaftsküchen waren keine zu sehen. „Die Leute haben Kühlschränke auf den Zimmern“, erklärte Nils Reinartz vom Sozialamt, zuständig für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen. Die meisten Flüchtlinge würden ohnehin nur in den Küchen kochen, aber auf den Zimmern essen.

Zum bislang noch wenig einladenden Außengelände erklärte Projektleiterin Bettina Effelsberg vom Städtischen Gebäudemanagement, es werde eine Grünfläche eingerichtet, die nicht umzäunt sei, und man könne um die Anlage herumlaufen. Und man werde wohl den Außenbereich annähernd auf die Höhe des Flurs im Erdgeschoss bringen.