Notfall in Bonn

Bus muss wegen Schlägerei auf der Nordbrücke halten

Auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Bonn hielt der Fahrer den Bus an.

Bonn. Zwei Jugendliche sollen am Donnerstagabend in einem Bus der Linie 551 einen 36-Jährigen attackiert haben. Der Busfahrer musste den Bus deshalb mitten auf der Autobahn stoppen.

In einem Bus der Linie 551 ist es am Donnerstagabend zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendlichen und einem 36-Jährigen gekommen. Der Busfahrer selbst sah keine andere Möglichkeit, als den Bus auf dem rechten Fahrstreifen mitten auf der Bonner Nordbrücke anzuhalten.

Wie die Polizei am Freitag auf Nachfrage des General-Anzeigers mitteilte, wurden sie gegen 17.45 Uhr von der Leitstelle der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) alarmiert. Der Bus samt Fahrgästen war von Troisdorf in Richtung Bonn unterwegs. "Nach jetzigem Ermittlungsstand sollen zwei Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren einen 36-Jährigen Fahrgast zunächst provoziert haben", sagt Simon Rott, Sprecher der Polizei Bonn. Im Anschluss sei es dann zu der körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

Der Fahrer selbst hörte zunächst Geräusche aus dem hinteren Teil des Busses, die er nicht direkt einordnen konnte. "Im Spiegel konnte er dann sehen, wie ein Mann auf dem Boden lag und ein Jugendlicher sich über den am Boden Liegenden beugte und mehrfach auf ihn einschlug", erklärt Frank Wiedemann, Betriebsleiter bei der RSVG. Ihm schilderte der Fahrer am Freitag das Geschehen.

"Grundsätzlich muss der Fahrer einschätzen, wie brenzlig eine solche Situation ist und dann die Entscheidung treffen, den Bus sofort oder bei nächstmöglicher Gelegenheit anzuhalten", so Wiedemann. Das bestätigt auch Werner Schui von den Stadtwerken Bonn. "Die Sicherheit für Fahrer und Fahrgäste geht immer vor."

In diesem Fall entschied der Fahrer - nach Angaben von Wiedemann ein sehr erfahrener Busfahrer, der seit vielen Jahren für die RSVG tätig ist - den Bus unverzüglich auf dem rechten Fahrstreifen der Nordbrücke auf der A565 anzuhalten. "Das war aus meiner Sicht die einzig richtige Entscheidung - auch wenn es dadurch im Anschluss zu Verkehrsbehinderungen kam", so Wiedemann.

Der Fahrer habe dann zusammen mit zwei weiteren Fahrgästen die Jugendlichen von dem 36-Jährigen weggezogen und auf das Eintreffen der Polizei gewartet. "Unsere Beamten konnten die Lage beruhigen, die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern noch an", so Rott. Die beiden Jugendlichen wurden ihren Eltern übergeben. Die anderen Fahrgäste konnten ihre Fahrt mit einem anderen Bus fortsetzen.