Bonner Südstadt

Bundeswehr räumt die Ermekeilkaserne

Bundeswehrsoldaten holen am Montag vor der Ermekeilkaserne die Fahne ein.

Bonn. Die Bundeswehr hat sich aus der Bonner Ermekeilkaserne zurückgezogen. Das Gebäude in der Südstadt gilt als Wiege der Bundeswehr. Am Montag wurde im Beisein von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) symbolisch der Schlüssel des Hauses an den Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Jürgen Gehb, überreicht.

De Maizière erinnerte an die historische Bedeutung der Kaserne, mit deren Bau 1880 begonnen wurde. Nach wechselvoller Geschichte wurde sie 1951 Sitz des "Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen". Im Volksmund hieß die Behörde nach Amtsleiter Theodor Blank nur kurz "Amt Blank".

Blank wurde 1955 erster Verteidigungsminister. In der Ermekeilkaserne überreichte er den ersten 101 Soldaten der neuen deutschen Armee, die ab dem 22. Februar 1956 Bundeswehr hieß, ihre Ernennungsurkunde. Auch Blanks Nachfolger Franz Josef Strauß residierte noch hier.

Nach dem Umzug des Ministeriums auf die Hardthöhe wurde die Kaserne Sitz unterschiedlicher Bundeswehr-Dienststellen. Zuletzt war sie Dienstsitz des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Die Stadt Bonn will nach einem Ratsbeschluss das 2,5 Hektar große Gelände in zentraler Innenstadtlage kaufen. Als nächstes soll nun ein Gutachten zum Verkehrswert der Immobilie erstellt werden. Gedacht wird an die Nutzung des Areals als generationenübergreifendes Wohnquartier mit Läden, Kleingewerbe und Kindergarten.