Platz der Vereinten Nationen

Bundesviertel wird für 2,9 Millionen Euro verschönert

Bonn. Rund den Platz der Vereinten Nationen laufen die Bauarbeiten zur weiteren Verschönerung des Bundesviertels. 90 Prozent der Kosten für die Umgestaltung der Kurt-Schumacher- und die Dahlmannstraße trägt der Bund.

Ein riesige Baggerschaufel schafft Erdreich zur Seite, während ein paar Meter entfernt ein Hublader schon Schotter auf den ausgehobenen Abschnitt der Kurt-Schumacher-Straße verteilt. An der Einmündung zur Heussallee schließen Arbeiter gerade einen Sinkkasten an den freigelegten Kanal an. Die Zeit drängt, schließlich soll der erste Bauabschnitt bis zur Klimakonferenz COP 23 im November abgeschlossen sein.

Seit Juli laufen die Arbeiten auf dem Areal rund um UN-Campus, WCCB und Deutsche Welle. Für insgesamt 2,9 Millionen Euro wird dort die Dahlmannstraße komplett umgebaut, und die Kurt-Schumacher-Straße im Abschnitt Heussallee bis zum Eingang der Deutschen Welle sowie der Einmündungsbereich umgestaltet. Mit hellem Asphalt, dunklen Pflasterplatten und -steinen mit eingelassenen Kieseln soll die Kurt-Schumacher-Straße optisch an die Heussallee und den Platz der Vereinten Nationen angeglichen werden.

Nach einem Entwurf der Düsseldorfer Landschaftsarchitekten Scape und der Ingenieurgesellschaft Lindschulte und Kloppe sollen Passanten künftig auf einem 4,20 Meter breiten Boulevard entlang der Deutschen Welle bis zum Post Tower spazieren, während der gegenüberliegende Bürgersteig auf 2,45 Meter verschmälert wird. Zusätzlich werden neue LED-Laternen den Weg säumen.

 „Wir haben das Glück, dass wir mit der Klimakonferenz die Förderung vom Bund bekommen“, sagt Oliver Neitzel, Abteilungsleiter für Verkehrsanlagen der Stadt. Rund 90 Prozent der Kosten zahlt der Bund.

Plötzlich versperrt den Arbeitern ein massiver Gesteinsbrocken den Weg. „Im Untergrund zu arbeiten ist immer spannend“, sagt Bauleiter Jürgen Roos. Trotz genauer Pläne der Kanal- und Leitungsnetze birgt der Untergrund immer wieder Überraschungen – vor allem im ehemaligen Regierungsviertel. Immer wieder zwingen unbekannte Leitungen zum Umplanen.

Anfang August wurden Schadstoffe entdeckt

Das sind allerdings nicht die einzigen Schwierigkeiten, auf die die Planer stoßen. Anfang August waren auf der Baustelle Schadstoffe entdeckt worden, sogenannte Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die im Asphalt enthalten sind und seit den 1970er Jahren nicht mehr verbaut werden dürfen.

Vor Beginn der Arbeiten wurden zwar im Abstand von 100 Metern Erkundungsbohrungen durchgeführt, allerdings gebe es in Bonn „sehr inhomogene Straßenaufbauten“, so Neitzel. Teilweise variiere die Zusammensetzung von Meter zu Meter. Eine Gefahr für Bauarbeiter oder Anwohner bestehe jedoch nicht. Dennoch muss die entsprechende Schicht abgefräst werden, da die Schadstoffe sonst durch den Regen ausgewaschen würden.

Wegen der begrenzten Bauzeit erfolgen die Arbeiten an den beiden Straßen teilweise unter Vollsperrung – auch für die Anlieger. Die hätten bisher zwar „verärgert, aber verständnisvoll reagiert“, sagt Roos. Die Baufirma helfe beispielsweise dabei, die Mülltonnen rauszustellen. Ein Durchkommen wäre jetzt auch nicht mehr möglich, der Abschnitt der Kurt-Schumacher-Straße ist schon bis zu einer Tiefe von 80 Zentimetern ausgehoben.

 Arbeiter haben dort eine Gitternetzplane verlegt: Das Geotextil erhöht die Tragfähigkeit. Als lose Tragschicht folgt ein Basalt-schottergemisch, das aus den Steinbrüchen des Siebengebirges stammt. Erst dann werden feste Schichten aufgebracht – insgesamt drei verschiedene Asphaltdecken mit unterschiedlicher Körnung. Sie werden nach oben hin immer feiner, um die Lasten des Auto- und Busverkehrs zu verteilen.

Bevor die nächste Schicht eingezogen wird, wird mit Schnur und Zollstock die exakte Höhe nachgemessen und die Tragfähigkeit überprüft. Für die oberste Schicht verwenden Neitzel und Ross hellen Asphalt. „Wir haben die Farbgebung vom Pflaster übernommen, aber die Vorteile vom Asphalt“, erklärt er die Materialwahl.

Auch an der Dahlmannstraße laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Dort entfällt der Gehweg komplett, Fußgänger und Anlieger teilen sich künftig die Straße. Stattdessen werden die Grünflächen verbreitert, fünf neue Bäume gepflanzt und eine Rundbank am Rheinufer aufgebaut. Laut Plan soll spätestens im November alles fertig sein, damit die Klimakonferenzbesucher über den neuen Platz flanieren können.