Festspielhaus

Bundesmittel sind abrufbereit

Zauberhaft im Abendlicht, marode bei näherem Hinsehen: Die Bonner Beethovenhalle vom Rhein her aufgenommen.

BONN. Der Bund steht zu seiner Zusage, sich am Betrieb eines Festspielhauses mit 39 Millionen Euro zu beteiligen: Das entnimmt der Vorsitzende der Bürger für Beethoven, Stephan Eisel, aus einer Antwort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf eine Anfrage der Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner (Grüne).

Man könne nur hoffen, dass sich daran die Kommunalpolitik ein Beispiel nehme und endlich ihre Unentschlossenheit beende, so Eisel. Aus der Antwort Grütters schließt er auch, der Bund werde nur ein eigenständiges Festspielhaus finanzieren, das dem kommunalen Zugriff entzogen bleibe.

Ein Anbau an die Beethovenhalle oder deren Erweiterung erfüllten die Voraussetzungen sicherlich nicht. "Eine Entsperrung der Mittel kann beantragt werden, wenn ein Festspielhaus realisiert wird, das internationalen Maßstäben bei Architektur, Akustik und Programm gerecht wird", heißt es im Wortlaut des Antwortschreibens.

"Auch wenn sich Frau Dörner wohl eine andere Antwort erhofft hat, muss sie akzeptieren, dass das Bundesgeld für Bonn verloren ist, wenn das Festspielhaus nicht gebaut wird" , so Eisel mit Blick darauf, dass die Grünen ein Festspielhaus ablehnen.

Für Dörner hingegen ergibt die Antwort Grütters nichts Neues. "Die Forderung des Vorsitzenden der Bürger für Beethoven, das Festspielhaus müsse dem kommunalen Zugriff entzogen sein, ist absurd angesichts der ausdrücklich vom Bund eingeforderten kommunalen Beteiligung an der Stiftung", sagte sie.