Kiosk in Bonn steht unter Denkmalschutz

Bundesbüdchen wird nahe WCCB wieder aufgebaut

Das Bundesbüdchen wird derzeit noch auf auf dem Gelände der Firma Baumann Schwertransporte gelagert.

Das Bundesbüdchen wird derzeit noch auf auf dem Gelände der Firma Baumann Schwertransporte gelagert.

Bonn. Das lange Kapitel geht dem Ende zu: Der Bonner Stadtrat hat das Bundesbüdchen dem Förderverein übereignet. Der Kiosk soll im Frühjahr nahe dem WCCB aufgestellt werden.

Das lange Kapitel über das sogenannte Bundesbüdchen geht offensichtlich dem Ende zu: Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, den denkmalgeschützten Kiosk dem Förderverein „Bundesbüdchen“ zu übereignen. Vereinsvorsitzender Peter Storsberg hofft nun, das Büdchen im Frühjahr wieder an seinem Standort im früheren Regierungs- und heutigen Bundesviertel aufstellen lassen zu können.

Mit dieser Entscheidung wird auch ein seit Jahren schwelender Rechtsstreit zwischen der Stadt Bonn und Jürgen Rausch, dem früheren Betreiber des Bundesbüdchen beendet. Dabei ging es um die Frage, ob der Kiosk ihm oder der Stadt gehört. Auch Rausch hat der Lösung mit dem Förderverein zugestimmt. Der Verein wolle nun, so erklärte Storsberg, Rausch das Büdchen überlassen, damit er es wiederum an eine Bäckerei verpachten kann. „Unsere Auffassung war stets, dass Herr Rausch der rechtmäßige Besitzer ist“, so Storsberg. Er ist Rechtsanwalt und hat Rausch in der Angelegenheit bisher vertreten. Mit dieser Vereinbarung habe Rausch aber auch die Verpflichtung übernommen, für die Instandhaltung zu sorgen und die monatliche Pacht von 50 Euro für den Standort des Büdchens an die Stadt zu zahlen.

Rauschs Eltern hatten das nierenförmige Büdchen 1957 schräg gegenüber dem damaligen Bundesratsgebäude errichtet und dort neben Zeitungen, Zigaretten auch Kaffee, Brötchen und heiße Wurst verkauft. Zur Kundschaft zählten auch Politprominenz wie Konrad Adenauer, Herbert Wehner, Helmut Kohl oder Joschka Fischer, um einige zu nennen. 2006 muss der Kiosk dem Bau des WCCB weichen. Weil es unter Denkmalschutz stand, wurde es auf einen Bauhof transportiert, wo es heute noch steht.

Sobald es ins Bundesviertel zurückgekehrt und in der Nähe seines alten Standorts, also in unmittelbarer Nachbarschaft zum WCCB, wieder aufgestellt worden ist, soll das Büdchen denkmalgetreu saniert werden. Dafür hat der Bund laut Storsberg einen Zuschuss von 135.000 Euro in Aussicht gestellt. Auch die Stiftung Deutscher Denkmalschutz beteilige sich mit rund 60.000 Euro. Weil an dem Platz, an dem der Kiosk stehen soll, Leitungen verlegt werden müssen, sind weitere 75.000 Euro fällig, die die Stadt Bonn übernehmen wird. Rausch, der seit Jahren ein aus Holz gezimmertes Imbiss-Provisorium im Bundesviertel betreibt, ist froh, dass sein Kampf um die Rückkehr des Büdchens Erfolg hatte. „Ehrlich gesagt, ich kann es noch gar nicht realisieren , dass es nun so kommt, wie ich es mir immer vorgestellt habe“, sagte er.