Hochleistung für Datenschutz

Bund eröffnet neues Rechenzentrum in Bonn

Drücken den Buzzer: Alfred Kranstedt (links), Ashok Sridharan und Martina Stahl-Hoepner beim symbolischen Startschuss für das Master-Rechenzentrum des ITZ Bund.

Drücken den Buzzer: Alfred Kranstedt (links), Ashok Sridharan und Martina Stahl-Hoepner beim symbolischen Startschuss für das Master-Rechenzentrum des ITZ Bund.

Bonn. Sicherheit ist das oberste Gebot: Im Bonner Norden steht eins von drei Master-Rechenzentren der Bundesregierung. Es ist gegen direkte und digitale Angriffe gesichert.

Langgezogene Gänge mit Servern und Kühlsystemen auf beiden Seiten hinter Sicherheitsschleusen, so präsentiert sich das Innere des neuen Master-Rechenzentrums des Informations-Technikzentrums (ITZ) Bund dem Besucher. Das graue Gebäude mit 2800 Quadratmetern Fläche im Bonner Norden ist gut gesichert gegen physische und digitale Angriffe, und Fotografieren im Inneren strikt verboten.

Auch bei der Einweihung am Dienstag stand Sicherheit an oberster Stelle. Mit dieser Einrichtung erhält Bonn eins von drei übergeordneten Rechenzentren in Deutschland, in denen die Daten der Bundesregierung verarbeitet und verwaltet werden. Man wolle weg von vielen kleinen Rechenzentren, die alle zu modernisieren nahezu unmöglich sei, sagte ITZ-Direktor Alfred Kranstedt. „Die Zeit der Kellerrechnerräume geht unweigerlich zu Ende.“

Für die Zukunft in einer digitalen Welt und stetig wachsende Aufgaben rüstet man sich mit drei Hochleistungszentren, wie es Pressesprecher Holger Lehmann formulierte, der Möglichkeit von „Geo-Redundanzen“. Das bedeute konkret: Wenn eines der Master-Rechenzentren in Bonn, Berlin oder im Rhein-Main-Gebiet ausfalle, könnten die beiden anderen dessen Aufgaben übernehmen. Die Zentren haben keine separaten Aufgabengebiete, sondern bieten pure physische Rechenkapazität, von der der Normalbürger wohl nur träumen kann.

„IT durchdringt ganz selbstverständlich unser aller Privat- und Arbeitsleben“, sagte Martina Stahl-Hoepner. Sie ist Abteilungsleiterin im Bundesministerium der Finanzen und vertrat beim Festakt den verhinderten BMF-Staatssekretär Werner Gatzer. „Jeder Arbeitsprozess wird digital unterstützt.“ Digitale Prozesse wie etwa das Elster-Onlineportal für die Steuererklärung müssten extrem sicher verwaltet und geschützt sein, damit die Bürger der Technik vertrauen könnten. „Datenschutz und IT-Sicherheit gilt deshalb allerhöchste Priorität.“

Ziel sei es, „immer mehr Daten immer schneller zu verwalten und überall verfügbar zu machen“, so Kranstedt. Das verlange auch nach Standardisierung der IT-Prozesse, die deshalb konsequent vorangetrieben werde. Oberbürgermeister Ashok Sridharan dankte den Beteiligten dafür, dass sie sich für Bonn als Standort entschieden hatten.

Neues Rechenzentrum hat einen Lebenszyklus von 20 Jahren

Der Wandel von der ehemaligen Bundeshauptstadt zu einem Wissenschaftszentrum gelinge auch dank dem ITZ. Für Bonn werde der digitale Wandel eine Rolle spielen, weil er von hier aus gesteuert werde. Sridharan sprach von einer „Triple-Helix“ von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichen Einrichtungen. „Digitalisierung wird neue Tätigkeitsfelder erschaffen.“ Und außerdem neue Arbeitsplätze entstehen lassen.

Weitere Master-Rechenzentren wird es in Deutschland nicht geben. Ein solches Rechenzentrum habe einen Lebenszyklus von rund zwei Jahrzehnten, sagte Kranstedt. Danach sei es veraltet und werde ersetzt, erklärte Lehmann.