Meditationscenter Ippendorf

Buddhisten feiern das Kathina-Fest

IPPENDORF. "Seit 2600 Jahren gibt es das Kathina-Fest", erklärte der aus Sri Lanka stammende Mönch im Buddhistischen Meditationscenter in Ippendorf. Bhante Batuwangala Samiddhi, buddhistischer Theravada-Mönch, Lehrer und Autor wurde in Neluwa, einem kleinen Dorf im Süden Sri Lankas, geboren.

Wie auch beim christlichen Allerseelen-Fest wird der Toten beim Kathina-Fest gedacht. Höhepunkt des Festes ist die Übergabe einer orangefarbenen Robe von der Sangha (Gemeinde) an den Mönch. Die Mönchsrobe, die ordentlich zusammengefaltet vor dem Altar lag, auf dem sanft lächelnd eine weiße Buddhastatue thronte, stammte von seiner Gemeinde in Sri Lanka. Lachend erzählte der junge Mönch, Anfang 30, dass er über Skype mit ihnen wie auch mit seiner Familie regelmäßig Kontakt hält. In Bonn fühle er sich sehr wohl.

Das Kathina-Fest hat noch einen weiteren Sinn: Es markiert das Ende der Regenzeit in Asien und ist gleichzeitig der Beginn der Winterzeit in Europa. "Die Regenzeit", so Samiddhi, "dient traditionell dazu, die Beziehung zwischen Mönchen und ihren Gemeinde zu intensivieren."

Um Samiddhi saßen zahlreiche weiß gekleidete Laienbuddhisten, also Menschen, die einem normalen Beruf nachgehen, Familie haben und den Buddhismus im Alltag praktizieren. Bei einem Vortrag wurden noch einmal die Kernregeln des Buddhismus erläutert: Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut in Denken und Handeln zu verankern. Anschließend wurde meditiert.

Als Zeichen der Verbundenheit ging eine Rolle mit einem Segensbändchen durch die Gemeinde, so dass alle auch symbolisch miteinander verbunden wurden. "Der Klang der anschließenden Rezitation in Pali soll den Herzrhythmus beruhigen und eine positive Verbindung schaffen", erklärte der Mönch. Nach der Rezitation, in der es um Glück und ein gute Lebensführung ging, knotete Samiddhi jedem Gast, darunter auch vielen Kindern, ein Segensbändchen ums Handgelenk und flüsterte in jeden Knoten einen guten Wunsch.