Pfarrsaal St. Margareta

Buddhisten aus der Region feiern in Graurheindorf die Kathina-Zeremonie

Teilnehmer der Kathina-Zeremonie schenken dem Mönch Bhanté Venerable Batuwangala Sammiddhi eine neue Robe.

GRAURHEINDORF. Es ist das größte buddhistische Fest: die Kathina-Zeremonie. Dabei wird gemeinsam gegessen, Texte gelesen und Gaben gebracht. Am Wochenende hat der sri-lankische Mönch Bhanté Venerable Batuwangala Sammiddhi die Zeremonie im Pfarrsaal St. Margareta in Graurheindorf abgehalten. Höhepunkt war die Spende einer neuen orangefarbenen Robe an ihn.

Kathina markiert das Ende eines dreimonatigen Rückzugs der buddhistischen Mönche. Es beginnt jedes Jahr am Vollmondtag im Juli und endet am Vollmondtag im Oktober. "Das entspricht in den asiatischen Ländern der Monsunzeit", sagt Sammiddhi. In ihr widmen sich die Mönche der buddhistischen Lehre, pflegen aber auch eine enge Beziehung zu interessierten Laien.

Dass ihm die Teilnehmer der Zeremonie eine neue Robe schenkten, ist im Leben der Mönche begründet. In der Glaubensrichtung Therawada sind sie bettelarm und leben nur von dem, was die Menschen ihnen geben. "Das soll für ein gutes Karma sorgen, Geld anzunehmen ist tabu", sagt Sheron Jayamuni Silva vom buddhistischen Verein Bonn, der das Fest organisierte.

Jeder im Raum berührte die Robe, um Verbundenheit zu zeigen. Gleiches passierte mit der Essensgabe an Buddha. Vorher spannten alle einen Wollfaden durch den Saal, der dann zu gesegneten Armbändern verarbeitet wurde. "Dieses Gleichgewicht untereinander ist wichtig, das merkt man auch sofort, wenn man den Raum betritt", sagte Aljoscha Pause, der zum ersten Mal an der Kathina-Zeremonie teilnahm.

Auch wenn er zunächst ein Fremder war, nahm ihn die Gemeinschaft offen auf. Ähnliches gibt es in der Region nicht, deshalb kamen die Teilnehmer sogar aus Düsseldorf, Aachen und Dortmund nach Bonn. Selbst für die Buddhistin Mai Le war das Neuland. Sie stammt aus Vietnam, in dem die zweite große Glaubensrichtung Mahajana verbreitet ist, und es Kathina nicht gibt. "Dort dürfen sich die Mönche selbst versorgen", erzählt sie. Deshalb habe die Übergabe einer Robe keine so große Bedeutung.

Der Mönch Sammiddhi möchte Kathina nun auch in Deutschland verankern. Es gehe nicht nur um Religion, sondern vielmehr eine Lebensart. "Hier würde sich anbieten, die Zeremonie im Winter zu feiern", sagt er. Deshalb hat er mit dem Verein ein Programm zusammengestellt, dass vor allem Buddhas Lehren und die Meditation aufgreift.

Informationen gibt es unter der Rufnummer 0152/12815210 und vensamiddhi@gmail.com.