Militärischer Führungswechsel in Bonn

Brigadegeneral Franz Weidhüner übernimmt Streitkräfteamt

Feierliche Amtsübergabe: Martin Schelleis (Mitte) mit dem alten Chef des Streitkräfteamtes Werner Weisenburger (l.) und Nachfolger Franz Weidhüner.

Feierliche Amtsübergabe: Martin Schelleis (Mitte) mit dem alten Chef des Streitkräfteamtes Werner Weisenburger (l.) und Nachfolger Franz Weidhüner.

Bonn. Führungswechsel beim Streitkräfteamt in Bonn: Auf Generalmajor Werner Weisenburger folgt Brigadegeneral Franz Weidhüner.

Den Ruhestand vor Augen wirkte Generalmajor Werner Weisenburger ein wenig müde, als er ein letztes Mal in seiner Funktion als Amtschef des Streitkräfteamtes (SKA) die Soldatenreihen des feierlichen Appells abschritt. Nach vierjähriger Amtszeit macht der 63-Jährige Platz für seinen Nachfolger Brigadegeneral Franz Weidhüner, der am Donnerstag auf dem Münchener Platz der Hardthöhe von Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis, eingeführt wurde.

Für Weisenburger waren es nur die letzen vier Jahre einer 44-jährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr, die er 1973 beim Panzerartilleriebataillon 305 in Donauwörth antrat. Es folgte eine vielseitige Laufbahn, die ihn 2006 schon in den Stellvertreterposten für den Amtschef des Streitkräfteamtes führte. Nach vier Jahren als Verteidigungs- und Heeresattaché in der Botschaft Paris übernahm er am 29. August 2013 die Amtsleitung auf der Hardthöhe, für ihn der Höhepunkt seines dienstlichen Werdegangs.

„Ich konnte meine eigenen Vorstellungen umsetzen, mich als truppendienstlich verantwortlicher Vorgesetzter der berechtigten Interessen der Dienststellen im Bereich SKA annehmen und Lösungen herbeiführen.“ Diese Aufgabe sei „das größte Schiff, das es galt, auf geradem Kurs zu halten“, in seiner langen Dienstzeit gewesen, sagte er bei seiner Verabschiedung. Es sei ihm gelungen, dieses Schiff auch durch Sturm und Unwetter zu lenken. Das könne nur mit Vertrauen funktionieren. „Leider ist dieses Vertrauen durch verschiedene Entwicklungen in diesem Jahr wie durch Parallelstrukturen, durch Ansprechstellen und andere Entwicklungen verloren gegangen“, merkte er jedoch an. Das müsse möglichst schnell wieder hergestellt werden.

"Fachlich wie menschlich beste Voraussetzungen"

Sein Nachfolger benötige dieses Vertrauen bei seiner Aufgabe, so Weisenburger. „Ich bitte Sie, unterstützen Sie ihn im gleichen Maß, wie Sie mich unterstützt haben“, sagte er zu den Anwesenden.

Symbolisch überreichte der Generalmajor die Fahne des Streitkräfteamtes an Schelleis, der sie an Weidhüner weiterreichte. Der 59-Jährige trat zwei Jahre nach Weisenburger in die Luftwaffe der Bundeswehr ein und durchwanderte zahlreiche Posten, zuletzt als Unterabteilungsleiter in der Personalentwicklung des Bundesministeriums der Verteidigung. Diese Thematik ziehe sich wie ein roter Faden durch Weidhüners Karriere, stellte Schelleis in seiner Rede fest. Er zählte die Leistungen des 16. Amtschefs auf, zu denen auch zwei Auslandseinsätze zählten. „Sie haben sich in vielen herausragenden Verwendungen im Wechsel zwischen Führungsverwendungen in den Kompetenzbereichen Personal und Logistik Ansehen erworben und bringen fachlich wie menschlich beste Voraussetzungen für die Führung des Streitkräfteamtes mit.“

Zuvor verabschiedete er Weisenburger herzlich als militärischen Führer „zum Anfassen“, der seine Aufgabe immer mit Weitblick und Fingerspitzengefühl erfüllt habe. Er sei der „truppendienstlichen Verantwortung stets mehr als gerecht geworden“ und habe sich das Vertrauen seiner Untergebenen „durch einen immer fairen und berechenbaren Führungsstil erworben“.