Brand in der Bonner Weststadt

Brennender Tannenbaum löste Feuerwehreinsatz aus

Bonn. In der Wohnung eines älteren Ehepaars ist am Montag ein Feuer ausgebrochen. Zwei Nachbarn retteten die über 80-jährigen Eheleute vor den Flammen. Zuvor war der Tannenbaum des Ehepaars in Flammen aufgegangen.

Der Tannenbaum war's, der das Ehepaar Kilger für eine Nacht aus ihrer Wohnung am Kreuzbergweg vertrieb. „Mein Mann wollte die Kerzen anzünden, kam zu nah ran und schon stand der Baum in Flammen“, erzählt die 86-jährige Margarete Kilger am Dienstag. Am Montagabend musste die Bonner Feuerwehr anrücken, um den Brand zu löschen. Die Seniorin ist dankbar für den schnellen Einsatz, wenige Minuten nach der Alarmierung seien die Brandhelfer zur Stelle gewesen. „Die Nachbarn waren einfach toll und haben uns sofort aus der Wohnung geholt“, erzählt die Seniorin.

Nur durch das „beherzte Eingreifen" zweier Nachbarn konnten die Eheleute laut den Angaben der Feuerwehr rechtzeitig aus dem Feuer gerettet werden. So hätten die „Schutzengel“ den gehbehinderten Mann aus der Wohnung getragen.

Die Brandmelder hätten nach der heftigen Rauchentwicklung Alarm gegeben. Im Haus gebe es eine gut funktionierende Nachbarschaft, und Bekannt hätten ihr und ihrem auf den Rollator angewiesenen Mann aus der Wohnung gleitet. Sie hätten bei der Familie, die über ihnen wohnt, eine Nacht geschlafen. Nun sind sie nach erfolgter Inspektion und der Freigabe der Wohnung wieder zurück in den eigenen vier Wänden. Die Fenster stehen weit offen, damit sich der Brandgeruch verflüchtigt.

Doch die Bilanz dieses Feuers, das auf das Wohnzimmer des Ehepaars beschränkt blieb, ist bitter: Die Bausubstanz an der Decke ist angegriffen. Kilger habe man erklärt, ihre alten Bücher müsse sie entsorgen oder für sieben Euro pro Stück reinigen lassen. Der Schaden belaufe sich auf rund 35 000 Euro, die Kilger und ihr 87-jähriger Mann aus eigenen Ersparnissen werden aufbringen müssen. Eine Versicherung haben sie nicht abgeschlossen. „Viele Jahrzehnte ist das gut gegangen und dann – am Lebensende – holt es einen doch ein“, sagt Margarete Kilger. Aber sie wirkt am Tag nach dem Brand gefasst und schagt zum Abschied: „Wünschen Sie mir nicht alles Gute, für die anderen soll auch etwas übrig bleiben.“

Das Feuer hat die Wohnung fürs Erste unbewohnbar gemacht. Das Ehepaar wurde vom Rettungsdienst betreut, blieb aber unverletzt. Insgesamt waren etwa 30 Einsatzkräfte im Einsatz.