Festspielhaus-Pläne

Bravos für Höttges, Buhs für Nimptsch

So könnte es aussehen: Unsere Fotocollage zeigt Zaha Hadids "Diamant" vor dem Posttower.

BONN. Bonner CDU und Grüne haben sich zu den Vorschlägen von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zum Festspielhaus und von Telekom-Vorstand Timotheus Höttges zum Beethovenjubiläum und zur Beethovenhallen-Sanierung geäußert.

Die CDU-Fraktion teilt inhaltlich die Auffassung und Einschätzung von Höttges. "Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass für das Jubiläumsjahr 2020 das inhaltliche Konzept wichtiger ist als die Diskussionen um Beton", sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Markus Schuck.

"CDU und Grüne haben beschlossen, dass der Zeitplan zur Sanierung der Beethovenhalle so gestrafft wird, dass die Fertigstellung Mitte 2018 erfolgt und das Beethovenfest in diesem Jahr schon wieder in der Beethovenhalle stattfinden kann", heißt es in der Pressemitteilung der CDU-Fraktion.

Kritisch gehen die Christdemokraten mit Nimptsch um: "Der Vorschlag des Oberbürgermeisters, den Kulturhaushalt für den Betrieb des Festspielhauses zusätzlich mit einem Betrag unter einer Million Euro zu belasten, ist nicht durchdacht und hätte fatale Folgen: Da die finanziellen Ansätze im Orchester- und Theater/Opern-Bereich vertraglich garantiert sind, würde das zusätzliche Einsparvolumen von bis zu einer Million zu Lasten der Freien Bonner Kulturszene und des Bildungsbereiches gehen", kritisiert Schuck, "die neuerlichen Ideen des Oberbürgermeisters ignorieren damit erneut die aktuelle kulturpolitische Situation in der Stadt".

Auch die Grünen folgen der Analyse des Telekom-Vorstands. "Das Jubiläumsjahr 2020 ist für Bonn eine große Chance, die entschieden genutzt werden muss", erklärte die kulturpolitische Sprecherin Gisela Mengelberg in einer Pressemitteilung. "Die Realisierung des Festspielhauses ist für diese Frage nicht von zentraler Bedeutung," meinte sie, "es kommt vielmehr auf das inhaltliche Konzept an. Die Sanierung der Beethovenhalle muss zügig vorangetrieben werden".

Lediglich die SPD beharre darauf, keinen Cent in die Beethovenhalle zu stecken. Der Vorschlag von Nimptsch zur finanziellen Beteiligung der Stadt am Festspielhaus-Betrieb mache, so Mengelberg, das Projekt um keine Spur realistischer.