Tausendfüßler in Bonn

Brückenbauwerk wird ab 2020 Großbaustelle

Bonn. Der Baubeginn für den neuen Tausendfüßler steht jetzt fest: 2020 starten die Arbeiten für den Neubau der maroden Brücke der A 565 zwischen Endenich und dem Autobahnkreuz Bonn-Nord.

Nach Auskunft des Landesbetriebs Straßen.NRW soll jetzt definitiv 2020 der Startschuss für den Neubau der maroden und 2013 nur provisorisch instand gesetzten Spannbetonbrücke der A 565 zwischen Endenich und dem Autobahnkreuz Bonn-Nord fallen. Entgegen der Aussagen im aktuellen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans soll dieses Teilstück nicht nur vier-, sondern sechsspurig ausgebaut werden. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

Das bestätigte die Pressestelle des Bundesverkehrsministeriums dem GA jetzt auf Nachfrage. Aufgrund der Dringlichkeit müsse die Planung für den Tausendfüßler zudem vorgezogen werden. Hintergrund: Vor einigen Jahren war bei einer routinemäßigen Überprüfung des 1959 errichteten Brückenbauwerks festgestellt worden, dass es nicht mehr stabil genug ist, um vor allem den zunehmenden und immer schwerer werdenden Lastverkehr aufzunehmen. Das Bauwerk wurde 2013 deshalb mit 330 sogenannten Spanngliedern provisorisch verstärkt. Die Kosten betrugen damals rund 1,5 Millionen Euro.

Eine Maßnahme, die die Lebensdauer der Brücke noch einmal um zehn Jahre verlängern sollte. „Rein rechnerisch würde sie also demnach 2022/23 zusammenbrechen“, erläuterte Bernd Aulmann vom Landesbetrieb Straßen.NRW.

Neubau in Hoch- oder in Tieflage?

Doch um keine Risiken einzugehen, soll nun schon 2020 Baubeginn sein. „Das ist ein ehrgeiziges Ziel“, räumte Aulmann ein. Zumal die Arbeiten bei laufendem Verkehr ausgeführt werden sollen. „Wir haben die Auflage erhalten, während der Bauzeit zwei Spuren in jede Richtung aufrechtzuerhalten“, sagte Aulmann. Eine Vollsperrung werde es bis auf wenige, kurze Ausnahmen nicht geben. Aulmann: „Da ist höchste Ingenieurskunst gefragt.“

Unklar ist zurzeit noch, ob der Tausendfüßler in Hoch- oder in Tieflage errichtet werden soll. Das mit der Planung beauftrage Ingenieurbüro Schüßler-Plan aus Düsseldorf stecke noch mitten in der Prüfung. „Wir wissen bislang lediglich, dass ein Neubau in Hochlage etwa 163 Millionen Euro kosten wird“, sagte Aulmann. Die Kosten für den Neubau in Tieflage – allerdings ohne Deckel – würde mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich teurer werden.

Eine zusätzliche Herausforderung ist die Erweiterung dieses Teilstücks auf sechs Spuren: „Wir haben unsere Planungen von Anfang an auch so angelegt, weil alles andere Unsinn gewesen wäre“, sagte Aulmann mit Verweis auf die im weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes vorgesehene Verbreiterung der A 565 vor und hinter dem Tausendfüßler ebenfalls auf sechs Spuren. Für die Erweiterung müssen aller Voraussicht nach bestehende Gebäude entlang dieses Autobahnteilstücks abgerissen werden. Angesichts des engen Zeitplans ist Aulmann klar: „Wir müssen jetzt ordentlich Gas geben, damit wir 2020 mit dem Abriss der Brücke beginnen können.“

Nähere Informationen zum geplanten neuen Tausendfüßler soll es laut Vizestadtsprecher Marc Hoffmann heute im Planungsausschuss geben, wo ein Vertreter des Düsseldorfer Ingenieurbüros vortragen wird. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Stadthaus, Berliner Platz 2.