Artenvielfalt in Bonn

Botanische Gärten und die Vereinten Nationen informieren über Biodiversität

Tag der Artenvielfalt im Botanischen Garten: Bram macht unter der Anleitung von Andreas Mues eine Nektarmessung.

BONN. Man stelle sich vor, es gäbe nur Apfelbäume. Die blühen im Frühling, Bienen als Bestäuber sammeln aber den ganzen Sommer über Nektar. "Das Bienenvolk würde verhungern", so Karin Jentsch vom Nees-Institut für Biodiversität.

 Für diese Bestäuber ist also eine große Auswahl an Pflanzen wichtig, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen, ebenso wie die Apfelbäume nicht nur auf Bienen angewiesen sein sollten. Wie gut, dass es diese Artenvielfalt gibt, aber sie muss auch geschützt werden.

Um den Menschen dieses Thema ins Gedächtnis zu rufen, richteten die Botanischen Gärten der Bonner Universität zusammen mit den Vereinten Nationen gestern den Tag der Artenvielfalt aus. 36 Organisationen, Vereine und sonstige Gruppen präsentierten sich dort. "Der Erhalt der Biodiversität steht bei uns an vorderster Front", sagte Wolfram Lobin, Kustos der Botanischen Gärten. Man wolle die Besucher anregen, sich damit zu befassen.

Rund 2500 Besucher nahmen das Angebot wahr. "Wenn die nach Hause gehen und sich fragen, was können wir dazu beitragen, dann bin ich zufrieden", so Lobin. Die Besucher konnten am Poppelsdorfer Schloss und im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg viel über Artenvielfalt erfahren. Herbert und Elisabeth Landsberg aus Königswinter nahmen gute Ideen für ihren Garten mit. Auch Kinder hatten viel Spaß. "Ich habe gelernt, dass man Stachelkakteen nicht anfassen sollte", sagte Lars (8), der mit Zwillingsbruder Magnus und den Eltern dort war.

Er fand gut, dass es dort auch Tiere zu sehen gab: Amphibien bei der Biologischen Station, einen Bienenvolk-Schaukasten beim Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz und ausgestopfte Waldtiere bei der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft NRW. Das Museum Koenig warb für die Regenwaldausstellung, die derzeit vorbereitet wird. "Tropische Regenwälder sind nach den Korallenriffen die artenreichsten Lebensräume", sagte Mitarbeiter André Koch.

Er hatte auch einige heimische Schmetterlinge mitgebracht sowie eine Felsenpythonhaut zum Anfassen, die der Zoll von Auslandsreisenden konfisziert hatte. Am gleichen Stand verkaufte Biologin Heike Wägele selbstgemachten Schmuck aus Edelsteinen, ein Teil des Erlöses geht ebenfalls in die Finanzierung der Regenwaldausstellung.

Beim Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt war Susanne Gura der Meinung, dass große Agrarkonzerne die Vielfalt kaputtmachen. "Alte Sorten werden vom Markt genommen", beklagte sie. Stattdessen würden nur noch einheitliche Sorten der Konzerne angepflanzt. Die würden auch genetisch veränderte Pflanzen an Entwicklungsländer verkaufen, die teils dort nicht hinpassen. "Dafür bekommen sie sogar Entwicklungshilfe von der Regierung", so Gura. Dagegen sammelte der Verein Unterschriften.