Sperrmüll auf Abruf

Bonnorange zieht positive Zwischenbilanz

Sperrmüll auf Abruf: Mitarbeiter von Bonnorange nehmen mit, was Anwohner zwecks Entsorgung an den Straßenrand stellen.

Sperrmüll auf Abruf: Mitarbeiter von Bonnorange nehmen mit, was Anwohner zwecks Entsorgung an den Straßenrand stellen.

Bonn. Bisher gab es in Bonn nur vier feste Termine, zu denen Bonnorange Sperrmüll eingesammelt hat. Für einige Bonner hat sich das seit Anfang des Jahres geändert. Sie können seitdem Sperrmüll bei Bedarf anmelden. Bonnorange zieht jetzt eine positive Bilanz dies Pilotprojekts.

Die kleinen weißen Lieferwagen scheinen keine Seltenheit zu sein. Immer wieder werden sie an Sperrmüll-Tagen in Bonn gesichtet. Dahinter steckt Sperrmülltourismus: Dinge, die noch gut sind, werden von den Fahrern und ihren Begleitern in die Lieferwagen verfrachtet und wiederverkauft. Doch das neue System, das Bonnorange testet, könnte ihnen künftig einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Anfang des Jahres testet der kommunale Entsorger das Angebot „Sperrmüll auf Abruf“.

Für den Sperrmüll auf Abruf gebe es pro Monat immer zwei Termine, die zur Verfügung stehen, erklärt Bonnorange-Sprecher Stefan Hülsdünker. Diese Termine seien nicht öffentlich, sondern müssen telefonisch oder über ein Online-Formular angefragt werden.

Nach fast zehn Monaten Testlauf zieht Bonnorange ein positives Fazit. Das Angebot werde nicht nur gut von den Bürgern angenommen, der am Straßenrand abgestellte Sperrmüll werde auch weniger durchwühlt. „Die Fledderei hat abgenommen“, weiß Hülsdünker. Und es landeten weniger Gegenstände auf der Straße, die überhaupt nicht zum Sperrmüll gehören, weil die Bürger die Gegenstände vorher anmelden müssten.

„Wir können dann bei der Sperrmüll-Bestellung am Telefon direkt erklären, was geht und was geht nicht. Da stehen keine Dinge mehr, die da nicht hingehören, wie Fernseher oder Farbtöpfe“, erklärt Hülsdünker. Dadurch bleibe weniger auf der Straße stehen, was zum einen unschön aussehe, aber auch meist später dann von Bonnorange extra abgeholt und entsorgt werden müsse.

Insgesamt wurden zwischen Januar und September beim Sperrmüll auf Abruf 1042,45 Tonnen abgefahren. Mit dem alten System waren es im selben Zeitraum des vergangenen Jahres in den gleichen Gebieten 1440,52 Tonnen. Bis September gab es 5955 Aufträge auf Abruf. Rund 20 Prozent der Bonner in unterschiedlichen Stadtteilen können das neue Angebot testen. Der Test läuft insgesamt zwei Jahre. Teurer soll der Service für die Bürger letztendlich aber nicht werden – auch wenn ihnen künftig mehr Termine zur Verfügung stehen, erklärt Bonnorange.

Seit Februar bietet der Entsorger in den Pilotgebieten auch einen Entrümpelungsservice an. Ob der Service Sperrmüll auf Abruf nach dem Test dauerhaft bestehen bleibt, sei allerdings noch nicht absehbar. Was das Mitnehmen von Sperrmüll auf der Straße für den privaten Gebrauch angeht, regelt die Abfallsatzung der Stadt Bonn. Mitnehmen ist erlaubt, „wenn hierdurch die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere der Straßen- oder Fußgängerverkehr, nicht beeinträchtigt wird“. Abfälle dürfen allerdings generell nicht von Dritten durchsucht werden.