Stadt prüft mehrere Methoden

Bonnorange testet Kaugummi-Entferner in der Innenstadt

Geräuschlos säubert Dieter Zurmahr den Gehweg vor dem Mediamarkt an der Budapester Straße. Die Platten sind mit achtlos ausgespuckten Kaugummis übersät.

Geräuschlos säubert Dieter Zurmahr den Gehweg vor dem Mediamarkt an der Budapester Straße. Die Platten sind mit achtlos ausgespuckten Kaugummis übersät.

Bonn. Die Stadt Bonn testet aktuell eine neue Methode, den Kaugummis auf den Bürgersteigen der Innenstadt an den "Kragen" zu gehen. "Ecogum" heißt die mögliche "Wunderwaffe" gegen die klebrige Kaumasse.

Neugierig bleiben Passanten stehen, schauen sich an, wie Dieter Zurmahr mit einem kleinen Plastikgerät auf dem Rücken und einer winzig kleinen Bürste den Kaugummiresten auf dem Gehweg an der Budapester Straße zu Leibe rückt. Was so ähnlich aussieht wie ein Haushaltskärcher, ist die Wunderwaffe Ecogum der Firma bio forte zur Entfernung von Kaugummiresten auf Gehwegen.

Die Anlieger der Fußgängerzonen in der Innenstadt sind es leid, den Anblick der verdreckten Gehwege zu ertragen. Sie wünschen sich eine intensive Säuberung der Wege vor ihren Geschäften. Die normale Straßenreinigung kann dies nicht leisten. Gegen die klebrige Masse kommen nur Spezialmaschinen an.

Zurmahr ist nur einer von insgesamt drei Arbeitern, die am Donnerstag mit verschiedenen Geräten einen Testlauf durchführen. Erstmals, erzählt Kornelia Hülter Vorstand bei Bonnorange, lässt das Unternehmen Geräte verschiedener Anbieter testen. „Am Ende werden wir sehen, wer die wirtschaftlichste und effektivste Methode präsentiert“, sagt Hülter und redet dabei lautstark gegen den Lärm an.

Von minus 78 bis plus 140 Grad

Nicht alle Geräte sind so geräuscharm wie das von Ecogum. Nur wenige Meter weiter arbeitet sich Botan Faqi mit einem schlauchähnlichen Gerät vor. Dort, wo er mit dem „white lion“ bereits aktiv gewesen ist, leuchten die Pflastersteine hell, lediglich die Fettrückstände der Kaugummis konnte sein Gerät nicht entfernen. Es arbeitet mit Trockeneispellets. Diese werden bei minus 78 Grad mit einem Luftgemisch auf den Asphalt gedonnert. Der Kaugummi friert förmlich ein und wird anschließend in winzige Einzelteile zersetzt. 200 Meter schafft ein Mitarbeiter mit diesem Gerät an einem Tag.

Noch mehr Fläche säubert der kleine Wagen der niederländischen Firma Jadon. Die Maschine, die normalen Straßenreinigern sehr ähnlich sieht, arbeitet auf der Basis von Hochdruck und extrem heißem Wasser von 140 Grad sowie einer anschließenden Absaugung wie Mitarbeiter Bram van Laar erklärt. Auf diese Weise können zwischen 1000 und 1500 Quadratmeter Gehweg pro Taggesäubert werden. Der Asphalt sieht fast wie neu aus. Geräuschlos ist auch diese Reinigungsvariante nicht, aber auch nicht lauter als ein klassischer Straßenreiniger.

Weiterer Anbieter wird im August getestet

Jadon ist bereits in Tannenbusch aktiv. Nicht für die Stadt, wie van Laar berichtet, sondern für einen Privateigentümer einer Wohnanlage. Auch im Kölner Rheinauhafen fahren seine Fahrzeuge und auf der Domplatte.

Ein weiterer Anbieter wird noch im August seine Leistung präsentieren. „Er konnte heute nicht dabei sein“, erklärt Hülter. Danach wird abgewogen. „Wir schauen uns die Reinigungsleistung, die Fläche und die Fugentiefe genau an. Das wird alles genau analysiert“, so Hülter. Anschließend werden die Ergebnisse der Testläufen von Bonnorange den Anliegern präsentiert.

Ende 2019 soll die Bonner Politik darüber abstimmen, welche Methode von welchem Anbieter in der Bundesstadt zum Einsatz kommt. Mit der Reinigung könnte demnach frühestens 2020 begonnen werden. Wie teuer das Ganze werden wird, wurde beim Präsentationstermin noch nicht erörtert. Fest steht aber schon, dass nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Fußgängerzonen in Hardtberg, Beuel und Godesberg gereinigt werden sollen.